Olten

Schulanlage Kleinholz: Parlament befindet über Projektierungskredit von 2,22 Millionen

Das Modell der Schulanlage Kleinholz.

Das Modell der Schulanlage Kleinholz.

Der Neubau Schulanlage Kleinholz kommt in die nächste Phase: An der Märzsitzung beantragt der Oltner Stadtrat dem Gemeindeparlament einen Projektierungskredit von 2,22 Mio. Franken, davon zwei Drittel für das eigentliche Schulhaus und ein Drittel für eine Dreifachturnhalle.

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen ist in Olten die Erstellung von zusätzlichem Schulraum erforderlich. Das Parlament hat am 25. Januar 2018 beschlossen, dass die neue Schulanlage im Kleinholz erstellt wird, und mit Beschluss vom 27. September 2018 festgehalten, dass das Raumprogramm im Architekturwettbewerb Schulraum für 16 Klassen (4 Kindergärten und 12 Primarschulklassen), eine Erweiterungsmöglichkeit auf 24 Klassen, Tagesstrukturen und eine Dreifach-Turnhalle umfassen soll.

In der Zwischenzeit wurde der Architekturwettbewerb, mit dem Ziel, den Generalplaner mit dem überzeugendsten Konzept für das Projekt zu finden, abgeschlossen und der Öffentlichkeit präsentiert. Das Siegerprojekt «windmolen» stammt vom Team neff neumann architekten ag, Zürich (Architektur) zusammen mit b+p baurealisation ag, Zürich (Baumanagement), sowie den weiteren Fachplanern Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich (Landschaftsarchitektur), Büro Thomas Boyle + Partner AG, Zürich (Baustatik), Waldhauser + Hermann, Münchenstein (Gebäudetechnik) und Durable Planung und Beratung GmbH, Zürich (Energie / Nachhaltigkeit).

Aufgrund der Jurykritik erfolgte nach Abschluss des Verfahrens eine Projektoptimierung. «Dabei wurden die Erkenntnisse aus dem Projektwettbewerb bezüglich Betrieb und Funktionalität sowie Flächeneffizienz und Kostenvorgabe verbessert», schreibt die Stadtkanzlei in einer Mitteilung. So habe die Geschossfläche über das ganze Projekt um ca. 5% reduziert werden können. Zusätzlich führten konstruktive Vereinfachungen (Massivbau anstelle Hybridbauweise) und die Verlagerung der Musikräume aus dem abgetreppten Zentralraum zu weiteren Kosteneinsparungen.

Mit der Projektoptimierung ist es laut Stadt gelungen, die Stärken des Projektes «windmolen» zu erhalten und in gewissen Bereichen sogar zu verbessern, «ohne die betrieblichen Anforderungen zu beeinträchtigen». Auf dieser Projektbasis soll nun die Projektierungsphase erfolgen. Die Kostengrobschätzung geht von Anlagekosten (±20%) von 34.56 Mio. Franken aus, davon 23‘186‘000 Franken für das Schulhaus und 11‘374‘000 Franken für die Dreifachturnhalle.

Die in der Kostengrobschätzung kalkulierten Anlagekosten ergeben im Durchschnitt für das Schulhaus inkl. Sporthallen einen Benchmark von 4‘122 Franken pro m2 Geschossfläche. Der Vergleich mit Schulanlagen, die in den letzten Jahren erstellt wurden, zeigt, dass die berechneten Kosten für die Geschossfläche von gesamthaft 8‘393 m2 in einem vergleichbaren Rahmen liegen. Zusätzlich garantiert der Gebäudestandard tiefe jährlich wiederkehrende Betriebskosten (u.a. Energie- und Unterhaltskosten).

Vorinvestitionen und nachhaltiges Bauen

Der Finanzplan war noch von tieferen Kosten ausgegangen. Die Abweichungen zur Machbarkeitsstudie 2018, welche die Grundlage der Kostenschätzung im Finanzplan war, haben verschiedene Gründe. So bedingt beispielsweise die horizontale Erweiterbarkeit um acht weitere Abteilungen eine sinnvolle Vorinvestition bezüglich Situierung und Andockstellen. Die Etappierungsmöglichkeit der Turnhalle als separate Baute verhindert ein kompakteres Volumen; gleichzeitig kann jedoch der Schulbetrieb auf mehrheitlich 2 Ebenen stattfinden, was einen betrieblichen Vorteil bietet. Die pädagogisch sinnvollen und für einen zukunftsweisenden Unterricht notwendigen Lernlandschaften fordern zusätzliche Flächen als nur reine Erschliessungskorridore.

Der Gebäudestandard Minergie-P Eco resp. Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) 2.0 führt zu Mehrkosten bei den Investitionen (höhere Dämmwerte, Lüftungsanlage, Anteil Einsatz erneuerbare Energie), ist jedoch langfristig wirtschaftlicher, da sich dies positiv auf die jährlich wiederkehrenden Betriebskosten auswirkt (u.a. tiefere Energie- und Unterhaltskosten). Gleichzeitig deckt sich diese Anforderung mit dem politischen Vorstoss zur CO2-Neutralität. Und schliesslich wurde der Aussenraumperimeter vergrössert. Damit entsteht aber auch ein Treffpunkt im Quartier Kleinholz, der einen wertvollen Beitrag für das zukünftige Stadtleben leistet.

Für den Schulbetrieb auf der Basis von 16 Abteilungen würde grundsätzlich das Raumangebot einer Doppelsporthalle ausreichen. Der Entscheid, bereits heute die Dreifachsporthalle auszuführen, ist jedoch wirtschaftlich, da eine nachträgliche Erweiterung um eine Sporthalle bei der Ergänzung der Schulanlage um 8 zusätzliche Abteilungen unverhältnismässig kostenintensiv wäre. Diese Vorinvestition dient zudem dem Vereinssport und generiert einen massiven Mehrwert. Diese Infrastruktur ermöglicht auch, die Stadthalle als Eventhalle und für grössere Vereinsanlässe weiterzuführen, und sie kann die Funktion eines Minimalbetriebes während der Sanierung der Stadthalle aufrechterhalten.

Das Vorprojekt soll bereits im April gestartet werden. Für die Genehmigung des Baukredits ist am 13. Juni 2021 eine Volksabstimmung vorgesehen. Anschliessend kann das Baubewilligungsverfahren gestartet werden. Die Realisierung soll im März 2022 beginnen; der Bezug der Schulhausanlage ist im Juli 2024 vorgesehen. (sko)

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