1. Schultag
Schulanfang in Wangen bei Olten: Liebe Schüler, willkommen auf der Baustelle

Weil ein neues Schulhaus gebaut wird, bezogen die neuen Erstklässler und der Kindergarten ihr Klassenzimmer in einem provisorischen Container. Nicht die einzige baustellenbedingte Neuerung an der Primarschule in Wangen.

Jakob Weber
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Klassenlehrerin Denise Frankiny empfängt die neuen Erstklässler. Zuvor krochen diese durch das Spalier der älteren Schüler und ein symbolisches Baustellentor.
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Zu Beginn durften die Eltern noch mit ins Klassenzimmer im Container.
Vorstellungsrunde: Der Beginn vieler neuer Freundschaften?
Schulanfang 1. Klasse Wangen bei Olten

Klassenlehrerin Denise Frankiny empfängt die neuen Erstklässler. Zuvor krochen diese durch das Spalier der älteren Schüler und ein symbolisches Baustellentor.

Bruno Kissling

Am beschte leisch de Bouhöum ah, wöu du muesch uffd Boustöu goh. So lauten die ersten Zeilen des Baustellen-Raps, den die Schülerinnen und Schüler der Primarschule und des Kindergartens in Wangen bei den morgendlichen Feierlichkeiten zum Schuljahresbeginn gemeinsam sangen. Baustellenlärm begleitete das Lied, mit dem insbesondere die neuen Erstklässler begrüsst wurden.

Nach dem Song durften sie durch ein Spalier ihrer Mitschüler und ein symbolisches Baustellentor aus Ziegelsteinen und Klappmetern gehen, ehe sie von ihrer Klassenlehrerin Denise Frankiny einen Stein mit ihrem Namen geschenkt bekamen. «Ein Stein, als Baustein der Baustelle quasi», erklärt Frankiny. Für ihre Erstklässler ist die Situation gleich doppelt speziell. Zum einen beginnt mit der Schulzeit ein völlig neues Leben, zum anderen findet der Unterricht im ersten Schuljahr ausnahmsweise gar nicht im Schulhaus statt.

Das Klassenzimmer, welches Frankinys Klasse bezog, ist in einem provisorischen Container untergebracht. Innendrin ist nicht zu spüren, dass die Erstklässler ihre ersten Lektionen nicht im Schulhaus haben. Tafel, Pult und ein Regal mit Unterrichtsmaterialien, «der Container wurde super eingerichtet und ist sogar etwas grösser als die Klassenzimmer im Schulhaus», sagt Frankiny. Auch das mit dem Internet hat rechtzeitig zum Schulstart noch geklappt. Es kann losgehen.

Impressionen vom Schulanfang in der Region Olten:

Schulanfang in Dulliken. Primarschullehrerin Stefanie Strebel empfängt ihre erste Klasse vor dem Alten Schulhaus.
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Schulanfang in Olten. Im Singsaal des Hübeli wurden die neuen Erstklässler unter den Augen ihrer Eltern mit Musik begrüsst.
Schulanfang in Fulenbach. Bei Rosi Wiggli dürfen die Kinder mit ihrem neuen Farbkasten Bär und Tiger zeichnen und malen.
Auch im Kindergarten in Fulenbach hat der Betrieb angefangen.
Kindergarten Fulenbach
Schulanfang in Schönenwerd. Die älteren Schülerinnen und Schüler stehen für die Erstklässler vor dem Schulhaus 88 Spalier.
Schulanfang in Neuendorf. Klassenlehrerin Patricia Spiegel zeigt den Erstklässlern, dass man sich meldet, bevor gesprochen wird.
Schulanfang in Härkingen. Die neuen Kindergartenkinder wurden musikalisch mit Klavier, Gitarre und Gesang willkommen geheissen.
Schulanfang in Wangen bei Olten Klassenlehrerin Denise Frankiny empfängt die neuen Erstklässler. Zuvor krochen diese durch das Spalier der älteren Schüler und ein symbolisches Baustellentor.
 Zu Beginn durften die Eltern noch mit ins Klassenzimmer im Container

Schulanfang in Dulliken. Primarschullehrerin Stefanie Strebel empfängt ihre erste Klasse vor dem Alten Schulhaus.

Markus Müller

Bei der ersten Lektion ihres Lebens dürfen die stolzen Eltern noch zuschauen. Doch nachdem alle Plätze bezogen wurden und die persönliche Box mit den Schreibmaterialien beschriftet war – so mancher Erstklässler erledigte diese Aufgabe schon ohne elterliche Hilfe – hiess es Abschied nehmen. «Papa, kommst du in der Pause vorbei?» «Nein, aber ich hole dich nach der Schule ab.» Ein kurzes Seufzen. «Ok.» Noch eine innige Umarmung, ein paar verdrückte Tränchen, dann ging der Unterricht mit einer Vorstellungsrunde weiter. Schon jetzt ist zu erahnen, welcher der 16 Erstklässler die Fleissbiene, welcher der Klassenclown und welcher eher der Schüchterne sein wird.

Natürlich sind auch die Hausaufgaben ein grosses Thema. Die Wortmeldungen der Premierenlektion drehen sich alle um eins: «Bekommen wir viele Hausaufgaben? Sind die schwierig? Frau Frankiny, wissen Sie was? Ich will ganz viel Hausaufgaben!»

Die Baustelle ist gefährlich

Dass sie auf einer Baustelle zur Schule gehen, haben die Erstklässler zu diesem Zeitpunkt vergessen. Erst beim ersten Gang aufs WC oder in der Pause wird sich das ändern. Toiletten hat es im Container nämlich keine. Sie sind aber nur einen kleinen Spaziergang rüber ins Schulhaus entfernt. Und in der Pause sorgen immer zwei Lehrpersonen als Aufsicht dafür, dass sich kein Schüler auf die Baustelle verirrt. Dass das Betreten der Baustelle und das Besteigen der vielen Bagger verboten ist, werden so auch die Erstklässler noch schnell genug erfahren.

Der Container soll nur ein Jahr genutzt werden. Als Zweitklässer ziehen Frankinys Schüler dann in den Neubau. Bis dahin können wir nur eine weitere Zeile aus dem Baustellen-Rap zitieren: «Schuffle, schuffle, aues klar, schnäu, schnäu muess es vorwärts goh.»