Oli Krieg hat sich entschieden, per Dezember 2018 ein Jahr früher in Pension zu gehen, teilt der Trägerverein Schützi mit. Dieser Entscheid sei «vorwiegend aus privaten Gründen motiviert», sagt der 63-Jährige auf Anfrage. Er wohne in einer Alternativgenossenschaft mit 17 Wohnungen und wolle vermehrt auf die nun insgesamt neun Kinder im Alter von wenigen Wochen bis sechs Jahren aufpassen, sagt Krieg, der selbst bisher nicht Grossvater ist. «Wir sind wie eine Grossfamilie», sagt der Vater eines Sohnes.

Den Entscheid beeinflusst haben aber auch zwei weitere Faktoren: Die Diskussionen rund um die Kulturfachstelle, die Anfang März mit 70 Prozent der Stimmen beim Volk klar durchfiel. «Wenn einige das Gefühl haben, in Olten läuft in Sachen Kultur alles rund und es muss nichts unternommen werden, tut das weh», sagt Krieg. Er glaubt, dass mit einer gezielten Anlaufstelle für Kulturschaffende noch viel mehr möglich ist in der Stadt.

Zum anderen wurmt ihn der vertragslose Zustand zwischen der Schützi und der Stadt. «Da setzt man halt plötzlich andere Prioritäten», sagt Krieg, der gedacht hatte, länger als Schützi-Geschäftsführer tätig zu sein. Die zehnjährige Leistungsvereinbarung zwischen der Stadt und der Schützi ist per Ende letzten Jahres ausgelaufen. Derzeit herrscht noch immer Funkstille zwischen den beiden Partnern.

Grund für den derzeit vertragslosen Zustand sind Differenzen, wie die neue Vereinbarung aussehen soll. Die Schützi will Anpassungen, die Stadt nicht. Er betont aber, dass er nach etwas mehr als 16 Jahren als Geschäftsführer nicht verbittert sei und im Groll gehe. «Es war ein Traumjob.» Er werde daher seinen Nachfolger einarbeiten sowie sein Know-how der Schützi weiterhin zur Verfügung stellen, falls dies gewünscht werde.

Gleichzeitig mit Krieg wird auch seine Lebenspartnerin Esther Straumann als seine bisherige Assistentin pensioniert. Wer die Nachfolge in der Geschäftsführung antritt, ist bisher nicht klar. «Zurzeit werden noch Gespräche in fortgeschrittenem Stadium geführt», lässt sich Trägervereinspräsident Walter Rickenbacher in der Mitteilung zitieren.

Und er dankt Oli Krieg «für sein immenses Engagement zugunsten des Kulturbetriebs Schützi und somit für die Stadt und Region» sowie Esther Straumann «für ihren langjährigen, kompetenten Support». Das ganze Team habe dazu beigetragen, dass die Schützi als Veranstaltungsort weit über die Region hinaus einen guten Ruf geniesse.