Eingerüstet war sie schon, nun kann mit dem Segen von Bischof Harald Rein auch gebaut werden: Die Christkatholiken der Region Olten nahmen mit einem Festgottesdienst Abschied von der alten Stadtkirche. Wenn die Renovierung nach Zeitplan verläuft, können die Gläubigen im Frühsommer 2018 wieder Einzug halten.

«Wir haben das Ziel einer vollen Kirche fast erreicht», begrüsste Pfarrer Kai Fehringer rund 150 Besucher im 1813 vollendeten Gotteshaus. Beim vorläufig letzten Gottesdienst drängten sich Bilder und Gleichnisse aus der Bibel zur besonderen Situation der Stadtkirche geradezu auf.

Skeptische Töne gehörten bei der Sanierung zum Stadtgeflüster, meinte der Pfarrer. «Angst ist aber ein schlechter Ratgeber.» Vielmehr gelte es, mit dem richtigen Glauben Schritt für Schritt nach vorne zu gehen. «Dann schaffen wir das.»

Das Geld werde nicht schon wegen des Gerüsts zur Neige gehen und die Stadtkirche werde nicht wegen der imposanten Einkleidung von einem Herbststurm in die Lüfte gehoben, deutete der Hausherr mit einem Schmunzeln an.

Kirchgemeindepräsidentin Brigitta Köhl gestand zwar ein, dass ihr angesichts des Gerüsts zuerst der Turmbau zu Babel in den Sinn gekommen sei, «doch damit haben wir ein mutiges Zeichen gesetzt.»

Schlüssel an die Baukommission

«Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Verstand erhalten», rief Lektorin Heidi Zeltner den Anwesenden unter anderen den Leitsatz an der Hauptfassade in Erinnerung.

In die Fürbitten schloss sie den Wunsch ein, dass die Gemeinde nun ohne Verzagtheit ans Werk gehe. Dass noch vor der Kommunion die Kollekte anstand, deutete an, dass man mit den nötigen finanziellen Mitteln nun zur Tat schreiten will.

Bischof Harald Rein zelebrierte das Abendmahl zusammen mit Kai Fehringer, ehe sich die Gemeinde nach dem musikalisch von Geiger Giovanni Barbato und Organistin Sharon Prushansky getragenen Gottesdienst vor dem Hauptportal für die Schlusszeremonie versammelte.

Aus den Händen des Pfarrers ging der Schlüssel an den Bischof, der das Zutrittsinstrument zum heiligen Ort mit Gottes Segen an Kurt Stutz übergab. Dem Vizepräsidenten der Baukommission war es dann vorbehalten, die Türe für die Öffentlichkeit für geplante anderthalb Jahre zu verschliessen.

Stadtbeitrag ist noch offen

Finanziell sind die Weichen für die auf 6,5 Mio. Franken veranschlagte Gesamtrenovation gestellt. Bund und Kanton tragen 1,2 Mio. Olten wird für seine Stadtkirche wohl noch in diesem Jahr einen namhaften Beitrag sprechen. Nach einem Stadtratsbeschluss im November hat gemäss Stadtpräsident Martin Wey das Parlament das letzte Wort.

Erst wenn die öffentliche Hand ihre Kostenbeteiligung voll bekannt gegeben hat, ist laut Fundraiser Gery Meier mit Zusagen von Stiftungen und anderen Institutionen zu rechnen. Insgesamt hat sich der Kirchgemeinderat zum Ziel gesetzt, 3 bis 3,5 Mio. Franken an Spenden bis Ende 2018 aufzutreiben.

Mit dem Verkauf von alten Dachziegeln und Schokolade von lokalen Produzenten nahm das Sponsoring am Apéro nach dem gestrigen Gottesdienst einen schwungvollen Anfang.