Nun ist bekannt, wie viel Geld die Verantwortlichen der Sportpark AG von der Stadt verlangen, um den Betrieb für die weiteren 25 bis 30 Jahren aufrechterhalten zu können: Sie erwarten eine Investitionssumme von 4,1 Mio. Franken für die Jahre 2019 und 2020. Bereits im Jahr 2010 hat die Stadt als Hauptaktionärin der Sportpark Olten AG einen vom Volk abgesegneten Investitionsbeitrag von 12,1 Millionen Franken geleistet.

17,6 Mio. Franken hat die Sportpark Olten AG bisher in die Erneuerung der Eissportstätten gesteckt. Die EHC Olten AG hat seit der Stadionsanierung 2015 als wichtigste Mieterin nochmals über 2 Mio. Franken investiert. Dennoch erachten die Sportpark-Verantwortlichen eine zweite Erneuerungsphase als zwingend. Aus terminlichen und finanziellen Überlegungen mussten bei der Sanierung des Eisstadions 2014 jedoch absehbare Projekte vorerst zurückstehen.

Dazu gehört die Erneuerung der Curlinghalle, dem mit 2,29 Mio. Franken grössten Brocken in der geplanten Phase 2. Für Sportpark-Geschäftsführer Viktor Müller ist sie eines von zwei Herzstücken, denn mit ihrer Instandstellung können mehrere Fliegen auf einen Streich erledigt werden. Die Planung dafür war indes erst nach Ablauf des Unterbaurechts zugunsten des Curlingclubs Olten, dessen Heimfall per Ende 2014 die Sportpark Olten AG 67'000 Franken kostete, möglich. Während der Boden und die Tragstruktur der Curlinghalle in gutem Zustand sind, lässt die Gebäudehülle nur noch einen provisorischen Betrieb zu. «Wenn der Kredit nicht gesprochen wird, kann jederzeit eine Sperrung und der Rückbau drohen», sagt Viktor Müller.

Eislauf attraktivieren

Mit einem Abriss der Curlinghalle würde sich die Sportpark Olten AG aber abgesehen von ebenfalls entstehenden Kosten auch diverse Chancen verbauen. Denn mit der Sanierung möchte sie auch die Situation des öffentlichen Eislaufs generell verbessern. Dazu gehören die Verlegung der Kasse vom Nordtrakt in die Curlinghalle, womit sie dem Ausseneisfeld nahe wäre. Der öffentliche Eislauf bekäme auch einen regulären Aufenthaltsraum, einen behindertengerechten Zugang, einen direkten Weg zum Restaurant Muusfalle sowie nicht zuletzt eine WC-Anlage, die auch das leidige Wagen-Provisorium für die Sitzplatztribünen-Zuschauer ablösen würde. Mit der Umgestaltung würden die Eissportstätten zur geschlossenen Anlage, womit sich auf dem Eis nur noch Benützer mit einer gültigen Zutrittskarte aufhalten könnten.

Zweites Herzstück der Sanierung ist für Viktor Müller die mit 750 000 Franken veranschlagte Renovation der Kältezentrale. Mit ihrem ältesten Kompressor aus dem Jahr 1961 hat sie ihre Restlebensdauer bis spätestens 2020 absolviert. Die Erneuerung der Hallenbeleuchtung schlägt mit 426 000 Franken zu Buche. Um auf eine TV-kompatible Beleuchtungsstärke zu gelangen, ist der Einbau von im Stromverbrauch sparsameren LED-Leuchten mit 1000 Lux (statt der bisherigen 650-Lux-Anlage) vorgesehen, was nicht nur für Eishockeyspiele, sondern auch für die Vermarktung des Sommerbetriebs von Vorteil wäre.

Bis spätestens im Sommer 2019 verlangt der Schweizer Eishockeyverband für die obersten zwei Spielklassen den Einbau flexibler Bandensysteme, die das Verletzungsrisiko minimieren sollen. Die Sportpark Olten AG will dieser relativ neuen Forderung nachleben, ohne die im Jahr 2012 erneuerte Hallenbande entsorgen zu müssen. Sie plant, diese aufs Ausseneisfeld zu versetzen, was dort auch mehr Sicherheit verschafft. Das ganze Bandenpaket budgetiert sie auf 270 000 Franken. Kleinere Summen in der Sanierungsphase 2 sollen der Teilerneuerung der Sitzplatztribüne, der Absicherung der Nordstehrampe, einem neuen Bodenbelag vor dem Nordtrakt, der Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs und diversen Anpassungen und Einrichtungen dienen.

Ins Parlament inklusive Beiträge

FDP-Gemeinderat und Sportpark-Verwaltungsratspräsident Heinz Eng betont, dass der Antrag beim Stadtrat keine EHCO-Vorlage darstelle. «Es geht darum, den Eisbetrieb im bisherigen Umfang zu gewährleisten.» Kombiniert mit dem Sanierungspaket ist die Erneuerung der Betriebskostenbeiträge und der Subventionen für die Eissportvereine in der nächsten Vierjahresperiode. Hier beantragt die Sportpark Olten AG, die jährlich einen Umsatz von 1,4 bis 1,5 Mio. Franken generiert, eine Erhöhung von 700'000 auf 790'000 Franken pro Jahr.
Die im Jahr 2014 vom Volk knapp bewilligte Summe genüge zwar für den reinen Betrieb, doch reichten die Mittel nicht für den Werterhalt durch Investitionen aus, begründet Viktor Müller das Anliegen. Dem Sportpark-Geschäftsführer machen hohe Wartungskosten, Vandalismus und Einbrüche zu schaffen. Ein Abwälzen der Kosten auf die Eismieten sei nicht möglich, denn die seien schon am oberen Limit. Nach der Behandlung im Stadtrat ist die ganze Vorlage am 21. November im Gemeindeparlament auf der Traktandenliste. Nach der Budgetsitzung ist zu erwarten, dass das ganze Eissport-Paket im nächsten Frühling auch dem Volk unterbreitet wird.