In rund 14 Tagen öffnet das Restaurant «The Gatsby» seine Pforten. Im selben Gemäuer, wo ehemals der Adler beheimatet war und eigentlich schon etwas in Vergessenheit geriet, eröffnen Stephan Gert und zwei seiner Kollegen einen Restaurationsbetrieb. Welcher Gattung? Gert meint: «Einen Kaffee-Bar-Betrieb, zwar ohne warme Küche, dafür mit Kaffee, gutem Wein, Prosecco, Champagner sowie Cocktails und Longdrinks mit oder ohne Alkohol.»

Kein Revival

Dass der Name Adler zu einem eigentlichen Revival käme, stand nie zur Diskussion, wie der Basler sagt. «Noch nicht mal aus Absicht», erklärt der Mann, der einige Zeit auch in Genf lebte. Zwar wussten die künftigen Betreiber dunkel um die Geschichte des Hauses, aber deren Sinn stand nach was anderem. «Ich mag alte Dinge: Möbel, Bilder, andere Gebrauchsgegenstände wie Spiegel, Schlüssel und, und, und», sagt Gert.

Und so orientierte sich die Pächter eben am Namen Gatsby; mit offenen Türen für ein breites Publikum, wie er zu verstehen gibt. «Der Name ist Ergebnis eines Brainstormings unter uns dreien; mit anschliessender Konsolidierungsphase», beschreibt Gert die Entscheidungsfindung. Ein paar Tage jedenfalls habe man den Namen reifen lassen, ehe das Trio zum Schluss kam: The Gatsby, das passt.

Ein Buffet aus New York

Eines der Prunkstücke im künftigen «Gatsby» in Olten: Die Bar, die den Weg aus der seinerzeitigen alten Börse Zürich nach Olten fand. An sich noch bescheiden, gemessen an deren eigentlicher Herkunft. Die Bar stammt aus den Händen einer New Yorker Schreinerei-Vereinigung und «dürfte zwischen 100 und 120-jährig sein», wie Gert verrät. Fabrikmarken im Innern des Stücks liessen darauf schliessen. In Eigenrecherche hat sich Gert dies auch bestätigen lassen. Und er bekennt freimütig: «Ich bin ein Liebhaber von Dingen, die aus der vorletzten Jahrhundertwende stammen.» Da kommt die Bar natürlich sehr gut gelegen. Sie weist jedenfalls einen Touch Jugendstil auf.

Die überraschend kurze Umbauzeit von knapp drei Wochen lässt darauf schliessen, dass im Gebäudeinnern die Infrastruktur eines Wirtshauses noch immer funktionsfähig erhalten geblieben ist. «Das stimmt», bestätigt Stephan Gert. Mit ein paar weniger Anpassungen und dem Bau eines zweiten, behindertengerechten WC seien die Infrastrukturfragen weitgehend geklärt. Und dann kanns losgehen.

Willkommene Alternative

Für den Besitzer der Liegenschaft, Patrick Gribi, ist die Idee des Restaurationsbetriebs eine willkommene Alternative zum mittlerweile stadtgängigen Kleider- und Kebab-/Pizzaladenmilieu. «Von beiden gibts Angebote genug und entsprechend leere Ladenflächen dazu», resümiert Gribi. Auf seine Ausschreibung der rund 100 m2 Gewerbefläche jedenfalls meldeten sich fast ausschliesslich jene aus dem bekannten Genre. «Und das wollte ich nicht», so Gribi weiter, der hofft, mit der Idee von «The Gatsby» mit 26 Sitzplätzen und Aussenwirtschaft eine längerfristige Lösung für die Lokalität gefunden zu haben.