Rickenbach

Schöne Portion Pathos mit im Spiel: Gemeinde kauft Grundstück in Kernzone

Die gekaufte Liegenschaft mit der Grundbuchnummer 395 liegt zwischen Rickenbacherhof (rechts unten) und der gut sichtbaren St. Laurentiuskapelle.

Die gekaufte Liegenschaft mit der Grundbuchnummer 395 liegt zwischen Rickenbacherhof (rechts unten) und der gut sichtbaren St. Laurentiuskapelle.

Die Gemeinde Rickenbach kauft ein Grundstück für 2,35 Millionen Franken im Zeichen späterer Generationen.

Das ganz Positive vorweg: Nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren der Missernte, die Rede ist da von Jahren des Defizits, scheinen sich Rickenbachs Finanzen zu stabilisieren. Bei einem prognostizierten Aufwand von 6,186 Mio. Franken und einem Ertrag von 6,191 Mio. Franken resultiert im kommenden Jahr ein kleiner Gewinn von rund 4000 Franken. Das stimmt eigentlich optimistisch.

Noch mehr Grund zu Optimismus geben die vorausgesagten Selbstfinanzierungsgrade: Lag derjenige fürs auslaufende Jahr bei –13 Prozent, so wird sich dieser bis ins Jahr 2024 erholen und bei flotten 119 Prozent zu liegen kommen. Rickenbach, du kannst dich beruhigt hinlegen. Das Budget 2020 passierte bei unverändertem Steuerfuss von 95 Prozent bei den 52 anwesenden Stimmberechtigten ohne Gegenstimme.

Und so soll es auch bleiben

Aber, wie’s halt so geht im Leben: Kaum hat man sich von den Defizitschrecken erholt, klopft eine neue Herausforderung an die Tür. Heuer in Form eines Kaufbegehrens. Der Gemeinderat hatte beantragt, dem Kauf der Liegenschaft Dorfstrasse 2 (Hauptmann-Lack-Haus mit 787 Quadratmetern Grundfläche) sowie eines 3600 Quadratmeter grossen dazugehörigen unüberbauten Grundstücks zuzustimmen. Das fragliche Gebiet liegt in Rickenbachs Kernzone und sollte gemäss Verkäufer gut 2,5 Mio. Franken wert sein. Allerdings gab dieser dem Verhandlungsgeschick von Gemeinderat Pius Müller nach, sodass man sich auf 2,35 Mio. Franken einigte.

Dafür zollten ihm, dem Verkäufer, nicht wenige Rickenbacher am Montagabend Respekt, dem ein gewisser Pathos nicht versagt blieb. Einer aus der Versammlung zeigte sich gar so beeindruckt, dass er zu einer veritablen Dankeshymne ansetzte. Die nicht überbaute Fläche schaffe günstige Voraussetzungen, um den kommenden Generationen die Entwicklung der Kernzone zugunsten der Dorfbevölkerung zu ermöglichen, hatte Gemeinderat Müller, ebenfalls nicht ohne Pathos, noch gemeint.

Nun: Das Geschäft passierte mit 33 Ja- und 8 Nein-Stimmen sowie einigen Enthaltungen. Die Skeptiker, die aus unterschiedlichen Gründen vor dem Kauf gewarnt hatten, fielen durch. Weder steuertechnische Überlegungen noch der Vorhalt, die Gemeinde habe gar kein Konzept, um die Liegenschaft sinnvoll zu nutzen, verfingen.

Auch die andern Geschäfte passierten klar. Gutgeheissen wurden die Totalrevision der Dienst- und Gehaltsordnung, die Teilrevision der Gemeindeordnung, die Statutenänderung der Kreisschule Untergäu sowie die Budgets der Sozialregion Untergäu und der Regionalfeuerwehr Untergäu.

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