«Im Anschluss an ein erfolgreich bestrittenes Eishockey-Plauschturnier, wurde ausgiebig gefeiert und dabei kam die Idee auf, in Olten Eishockey als Breitensport anzubieten», steht auf der Homepage des SC Altstadt Olten über die Anfänge des Klubs. Das war im März 1986.

Aus der Schnapsidee wurde wenig später Ernst, als sich eine Gruppe von Eishockey-Enthusiasten Mitte April zur Vereinsgründung traf, damals noch unter dem Namen «Schlittschuhclub Olten».

Schon im darauffolgenden Herbst nahm der mittlerweile zum SC Altstadt Olten umbenannte Verein – um Verwechslungen mit weiteren Hockeyvereinen am Platz Olten zu vermeiden, wobei der Zusatz «Altstadt» eine Referenz auf den bevorzugten Treffpunkt der Gründungsmitglieder darstellt – zum ersten Mal an der Meisterschaft teil.

Im Debütjahr stieg er sogleich in die 3. Liga auf, nach drei Spielzeiten erklommen die Altstädter gar eine weitere Sprosse in der Ligahierarchie.

Verein für den Breitensport

In den Anfangsjahren hatte der SCA aber auch einige Hindernisse zu überwinden. Der Klub war zu Beginn in der Dreitannenstadt nicht überall gern gesehen. Die Frage, warum es einen weiteren Eishockeyclub in der Stadt brauche, kam auf. So mussten die Trainings in den ersten Jahren regelmässig auswärts absolviert werden.

Nach einigen Jahren waren die gegenseitigen Ressentiments aus dem Weg geräumt, und der junge Verein fand mehr und mehr seine Rolle. Angesichts des regen Zulaufs von Spielern konnte Altstadt Olten bald von einem auf zwei Aktivteams ausbauen, erzählt der heutige SCA-Präsident Yves von Rohr.

Denn mit der Positionierung als Verein für den Breitensport besetzten die Altstädter eine Marktlücke in Olten. Der EHC Olten als grosser Bruder bot und bietet bis heute keine zweite Mannschaft fürs Feierabend-Hockey an. Genau dem verschrieb sich aber der SCA. «Zu uns kommt, wer Hockey spielen kann und doch den Plausch haben will», bringt von Rohr den Vereinscharakter auf einen Nenner.

So konnten immer wieder ehemalige, teils namhafte EHCO-Kräfte angelockt werden. Dies hält bis heute an. Praktisch alle SCA-Mitglieder hätten eine Vergangenheit beim EHC, berichtet der 38-Jährige, der selbst die Juniorenabteilung des EHCO durchlaufen hat und nach einigen Jahren im erweiterten Kader der ersten Mannschaft zum SC Altstadt gewechselt hat.

«Wir sind wie eine Seniorenabteilung des EHCO», schmunzelt der CWA-Angestellte und erzählt vom regen Austausch und der guten Zusammenarbeit zwischen den beiden lokalen Eishockeyvereinen.

Erstliga-Saison als Highlight

Seit den bewegten Anfängen hat sich der SC Altstadt zu einem wahren Traditionsteam im Regio-Eishockey gemausert. Mit einer Ausnahme hielt sich der Klub stets in der Zweitliga auf: In der Saison 1998/99 hatte der Verein das Vergnügen, mit einem «super Team aus lauter ehemaligen Nationalliga-Spielern», so von Rohr, in der 1. Liga mitzumischen, was den sportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte bildet.

Das Abenteuer dauerte zwar nur ein Jahr, dies sei aber nicht weiter schlimm gewesen, denn an der Ausrichtung des Vereins wollte man nichts ändern und ernsthafte Ambitionen, sich in der 1. Liga zu etablieren, habe man ohnehin nie gehegt, erklärt von Rohr.

In den letzten Jahren festigten sich die Altstädter als Zweitliga-Topverein. Im vergangenen Jahr konnte gar der Wintermeistertitel gefeiert werden. In den Playoffs musste der SCA die Segel jedoch wie so oft früh streichen. Das Tor zum Einzug in die Halbfinals scheint wie vernagelt. Heuer nehmen die Altstädter einen weiteren Anlauf, diese Schallmauer zu durchbrechen.

Wiederum besteht das Kollektiv aus vielen verdienten Kräften und zeichnet sich durch einen starken Teamgeist aus, berichtet Sportchef Daniel Wyss. Die Abgänge von vier bewährten Akteuren konnten mit dem Zuzug von ebenfalls vier Neuen gleichwertig ersetzt werden, wobei neu nicht ganz stimmt: «Alle haben sie einen Bezug zu Altstadt oder es handelt sich gar um Rückkehrer», erzählt Wyss.

Die Playoff-Schwäche war in der Saisonanalyse auch für den Sportchef ein Thema: «Wir haben festgestellt, dass die Mannschaft im Januar, wenn die Playoffs anstehen, jeweils etwas ausgelaugt gewirkt hat.» Mit individuellen Massnahmen – Ruhepausen oder veränderten Trainingsschwerpunkten – wolle man dafür sorgen, dass die Mannschaft mit der nötigen Frische in die Playoffs steigen kann.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zuerst wartet die zwanzig Partien umfassende Qualifikationsphase. Diese beginnt für Altstadt Olten heute Samstag um 20.15 Uhr mit dem Heimspiel gegen Bucheggberg.