Olten

Schliessung des Oltner Kunstmuseums ist für den Stadtrat vom Tisch

Geht es nach dem Willen des Stadtrats, bleibt das Kunstmuseum Olten erhalten.

Geht es nach dem Willen des Stadtrats, bleibt das Kunstmuseum Olten erhalten.

Die Antwort zur Motion Gert Winter, welche den Oltner Stadtrat beauftragte, die entstehenden Konsequenzen bei einer Schliessung des Kunstmuseums zu benennen, liegt vor. Schliessung? Ein Zusperren des Museum kommt für den Stadtrat nicht infrage.

Die Motion Gert Winter (SVP) vom Dezember 2013 hat seinerzeit viel Staub aufgewirbelt und die Kulturinteressierten der Stadt zusammenrücken lassen. Die Motion hat mittlerweile den Verein Pro Kultur Olten hervorgebracht, unzählige Kulturaktionen entstehen lassen.

Die Empörung über den Gedanken nach einer möglichen Schliessung des Kunstmuseums aus Spargründen hat sich mittlerweile eher wieder etwas gelegt. Denn wie männiglich vermutet: Der Stadtrat denkt heute nicht (mehr) über eine Schliessung der Institution nach, wie er in seiner Antwort betont.

Die Exekutive hat denn auch auf die von knapp 3800 Personen unterzeichnete Petition reagiert und die Bittsteller wissen lassen: «Der Stadtrat hat sich entschieden, die Museen weiterzuführen, wenn auch mit geringeren Kosten für die Einwohnergemeinde.»

Er gedenkt dies über Redimensionierungen, Synergien oder durch Unterstützung Dritter zu erreichen und lässt wissen, dass die jeweiligen Nettobeiträge an die drei städtischen Museen mittlerweile zwischen 500 000 und 550 000 Franken liegen. «Das sind nochmals deutliche Einsparungen, nachdem schon 2013 und 2014 wesentliche Budgetreduktionen erzielt wurden und das Parlament im November 2013 eine zusätzliche pauschale Kürzung von 10 Prozent beschlossen hatte.»

Szenario ausgeleuchtet

Bei der Beurteilung ging die Exekutive vom Szenario einer Schliessung der Institution aus, wobei die Sammlung in ein Kunst-Depot disloziert, die Werke aber weiterhin als Leihgaben in Ausstellungen oder in geeigneten öffentlichen Bauten gezeigt werden. Fazit: Generell wäre kurzfristig mit höheren Ausgaben und Investitionen zu rechnen, weil unter anderem mit einem erheblichen Kostenaufwand für die Bereitstellung zukünftiger Räume zu rechnen wäre. Und, so der Stadtrat, die rund 280 000 Franken aus dem Ausstellungsbetrieb würden wegfallen.

Oltens Exekutive stützt sich bei der Beurteilung der Lage auf den Bericht der Museumsleiterin Dorothee Messmer und deren Stellvertreterin Katja Herlach, welcher im Auftrag des Stadtrates erstellt wurde und der im erwähnten Szenario wenig Sparpotenzial erkennt.

Mit angepassten Konzepten (damit ist die angedachte geografische Zusammenführung von Museen gemeint) plane der Stadtrat zudem, bessere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen.

«Das Kunstmuseum Olten ist das kleinste der grossen, professionell geführten Kunstmuseen der Schweiz mit eigener Sammlung, national beachtetem Ausstellungsprogramm, starkem, hauptsächlich auf das regionale Publikum fokussiertem Engagement im Bereich Bildung und Vermittlung und regelmässiger Publikations- und Forschungstätigkeit», so der Bericht. Das Postulat wird am 25. September im Parlament behandelt. Der Stadtrat empfiehlt dessen Ablehnung.

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