Urs Krattiger von der Post legte dar, dass zwischen 2000 und 2011 der Rückgang bei den Briefen 49 Prozent, bei den Paketen 43 und bei den Einzahlungen 27 Prozent ausmachte. Für die heutige Beanspruchung der Poststelle seien die Öffnungszeiten viel zu lang. Die Post sieht folgende Prioritäten: 1. Agentur im Volg-Laden mit wöchentlichen Öffnungszeiten von 67½ Stunden, 2. Poststelle je 4 Stunden vormittags oder 22 Stunden in der Woche.

David Krummenacher von der Volg berichtete, dass der Umsatz des Ladens die Erwartungen bisher übertroffen habe. Ergebe sich die Möglichkeit, eine Postagentur zu integrieren, so sei das immer ein Plus.

Verlust für das Dorf

Gemeindepräsident Stefan Schneider trifft die mögliche Schliessung recht hart, nachdem die Gemeinde in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen habe, um den industriellen Sektor und somit Arbeitsplätze wieder neu zu beleben.

Ein anderes Ratsmitglied vertritt die Meinung, dass der Volg-Laden nicht in der Lage sei, die zusätzlichen Aufgaben zu verarbeiten. Und der Weg zur nächsten Poststelle in Matzendorf sei zu weit. Urs Krattiger erwiderte, die nächste Poststelle müsse in 20 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sein, nach Matzendorf seien es 14 Minuten.

Auf eine Frage, ob der Einbau einer Agentur zu einer Reduktion des Angebots im Laden führe, erklärte David Krumenacher, das dies nicht der Fall sein werde. Was die Diskretion der Postverrichtungen anbelangt, so sollte das zu keinen Problemen führen. Die Mitarbeitenden in den Agenturen werden dafür speziell geschult.

Entscheid im Frühling

Wenn der Rat auf eine Poststelle mit reduzierten Öffnungszeiten dränge, werde die Post einfach in ein oder zwei Jahren wieder vorstellig. Und dann dürfte es nur noch eine Lösung geben. Beat Allemann findet, dass die Industrie vernachlässigt werde. Wenn er in den Volg-Laden für eine Postaufgabe gehen müsse, müsse er möglicherweise dort lange warten. Krattiger entgegnete, dass die Firmen alles in der Agentur aufgeben können und Bernhard Büchler ergänzte, dass für die KMU die Pakete und Briefe abgeholt würden.

Beat Allemann fragt sich, warum er für die schweizerische Post mehr bezahlen müsse und dann baue die gleiche Post Dienstleistungen ab. In der Diskussion durfte natürlich auch der Hinweis auf den Postgewinn von 900 Mio. Franken nicht fehlen, was den Abbau von Dienstleistungen noch unverständlicher macht. Dazu ist festzuhalten, dass die Post kein Quersubventionieren vornehmen darf.

Die Vertreter der Post bezeichnen die Agenturlösung nach wie vor als die wirtschaftlichste Lösung. Der Gemeinderat wird an seiner nächsten Sitzung seine Haltung gegenüber der Post festlegen.