Derzeit sammelt der Yachtclub Olten Unterschriften für ein städtisches Sauna-Konzept (siehe Artikel unten). In der Oltner Verwaltung existiert allerdings bereits ein Grobkonzept. Dieses siebenseitige Papier hat Oltens Chefbadmeister Thomas Müller ausgearbeitet, der seit über 20 Jahren ausgebildeter Saunameister ist und zu Hause eine Infrarotsauna sein eigen nennt. In seiner Zeit als Betriebsleiter des Bades in Waldshut an der Schweizer Grenze hat der ursprünglich aus Bayern stammende Müller die Vorzüge des regelmässigen Saunierens kennengelernt: Stärkung des Immunsystems und Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens.

Als Nachfolgerin der beliebten Stadtsauna, die sich früher im Badigebäude befand und 2008 endgültig geschlossen wurde, stellt sich Müller mehr vor als nur einen Raum mit Aufguss. Es geht Richtung «Freizeitanlage, die einen Mini-Urlaub vom Alltag sein soll». Sein Grobkonzept beschreibt eine «Sauna- und Wellnesslandschaft» mit mehreren Sauna- und Massageräumen, Flächen zum Aufenthalt und zum Ausruhen sowie ein Kaltwasserbad. Nicht fehlen darf gemäss Müller auch ein kleiner Restaurantbetrieb und ein Aussenbereich zum Sonnenbaden. Nicht zuletzt müsse es auch einen Saunabereich nur für Frauen geben, da sich einige in gemischten Zonen unwohl fühlten, so Müller.

Als «idealen Standort» für solch einen Saunabetrieb hat sich für den 58-Jährigen das stadteigene Grundstück der heutigen Minigolfanlage herauskristallisiert, die seit 2013 geschlossen ist. Die Lage sei gut mit dem Auto und dem öV erschlossen, das Land gehöre der Stadt und die Sportanlagen seien in der Nähe. Er geht davon aus, dass sich einige Sportler nach ihrer Tätigkeit zur Entspannung einen Saunagang gönnten. Daher müsste der Betrieb vor allem abends auch schon unter der Woche bis Mitternacht geöffnet sein. Am Wochenende kann er sich mit entsprechenden Events sogar längere Öffnungszeiten vorstellen. Als weitere mögliche Standorte nennt Müller die derzeit eingezäunte Wiese gleich neben der Schützi oder sogar direkt in der Badi vor dem Betriebsgebäude.

Dass in Olten eine solche Sauna- und Wellnessanlage rentabel zu betreiben ist, hält Müller auch ohne Businessplan und Betriebskonzept für möglich. Er spricht von Baukosten von sicher 1,5 bis 2 Millionen Franken, die aber nicht unbedingt nur die öffentliche Hand, sondern auch private Investoren mitfinanzieren könnten. Die Anlage müsste auf eine Kapazität von rund 100 Gästen pro Tag ausgerichtet sein. Das ergäbe bei einem Tageseintrittspreis von 25 Franken und 300 Betriebstage wegen eingeschränkten Sommeröffnungszeiten Einnahmen pro Jahr von rund 750 000 Franken. «Häufige Anfragen von Badegästen des Strandbades, des Kanti-Hallenbads, durch Übernachtungsgäste der örtlichen Hotellerie und sonstige Interessierte lassen den Schluss zu, dass eine Saunaanlage rentabel betrieben werden kann», schreibt er in seinem Grobkonzept.

Wer die Anlage betreibt, ist für Müller ebenfalls klar: Es dürfe nicht ein privater Pächter, sondern die Stadt selbst sein. Damit ergäbe sich auch die zu erwartete Synergie mit dem Badepersonal, welches dann nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig voll ausgelastet und beschäftigt werden könnte. Zudem gehört für Müller nicht nur das Schwimmen, sondern auch das Saunieren zur Volksgesundheit, für welche die Stadt ein für alle bezahlbares Angebot schaffen sollte.