Gut 40 Stimmberechtigte haben am Mittwochabend die Gunzger Rechnung 2015 einstimmig gutgeheissen. Aus verständlichem Grund: Anstelle eines erwarteten Fehlbetrags von 52 000 Franken vermeldet die Einwohnergemeinde einen Überschuss von 640 000 Franken.

Hauptgründe dafür: ein gestiegener Steuerertrag (rund 290 000 Franken) aus den Vorjahren sowie die Auflösung stiller Reserven.

Gemeindeverwalter Hansjörg Steiner liess die Seinen allerdings wissen, die über Erwarten angefallenen Steuererträge seien im Sinne der Einmaligkeit zu verstehen.

Auch in Sachen Spezialfinanzierung gilt: keine Gebührenerhöhungen. Investitionsbedarf wird lediglich im Kabelnetz ausgemacht. Technologisch will die Gemeinde à jour bleiben, prüft den Ausbau auf Niveau «Fiber to the Home»; ein Fernmeldenetz, das bis in jedes Geschäfts-, Mehr- oder Einfamilienhaus über Glasfaser geführt wird.

Tradition der guten Abschlüsse

Positive Abschlüsse gehören in Gunzgen zur Tradition. Das gibt Gelegenheit, innert einer halben Stunde auch zu einer kleinen finanziellen Umschau anzusetzen. Steiner etwa bezeichnete die Lage Gunzgens als weiterhin «sehr solid», verfügt sie doch über ein Eigenkapital von knapp 2,5 Mio. Franken, fusst im Hinblick auf die neue Rechnungslegung HRM2 auf einem «radikal abgeschriebenen ‹alten Verwaltungsvermögen›», wie sich der Gemeindeverwalter ausdrückt.

Aber Steiner wäre nicht Gemeindeverwalter, würde er nicht auch vor schwierigeren Zeiten warnen. Zwar hätten sich die Kosten im Sozialwesen konsolidiert, ja seien für Gunzgen gar leicht gesunken. Einer langfristigen Entspannung wollte er aber nicht das Wort reden. Selbiges stellte er für den zweiten Finanzbrocken, die Schule, in Aussicht. 78 Prozent der Kosten aus der laufenden Rechnung entfallen auf diese beiden Positionen.

Nach 40 Minuten gehörte die Versammlung der Geschichte an. Gemeindepräsident Hansrudolf Krähenbühl konnte schliessen.