Sanierung nimmt die nächste Hürde

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil genehmigt 1,55 Mio. Franken Investitionen.

Jürg Salvisberg
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Nach der Aussenhülle folgt bei der St.Martinskirche nun die Sanierung des Innenraums.

Nach der Aussenhülle folgt bei der St.Martinskirche nun die Sanierung des Innenraums.

Bild: Bruno Kissling

57 Mitglieder hatten sich im Juni noch zur ersten Kirchgemeindeversammlung unter Covid-19-Bedingungen eingefunden. Vorgestern trafen sich bloss noch 28 Stimmberechtigte zur Budgetgemeinde der römisch-katholischen Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil in der St.Martinskirche. Dabei ging es um die Zukunft des Versammlungsorts selber, der weitere finanzielle Ressourcen beansprucht.

Der Kirchgemeindepräsident Theo Ehrsam wollte die vorgesehenen Investitionen von 1,55 Mio. Franken für die zweite Sanierungsetappe im Orientierungstraktandum zum Voranschlag 2021 behandeln und rief damit Widerspruch auf den Plan. Martin Rieder wies darauf hin, dass gemäss Gemeindeordnung Investitionen über 100000 Franken eines separaten Traktandums bedürfen. So kam es, dass die Detailberatung und die Absegnung der geplanten Massnahmen prioritär zur Behandlung standen, bevor die Anwesenden über das Budget als Ganzes befanden.

Sparübung für eine schwarze Null

Nach der Sanierung der Heizung und der Gebäudehülle in der ersten Phase gilt der Fokus bei der zweiten Etappe dem Innenraum. Dadurch werden die Gottesdienste vom 12. April bis 14. Dezember 2021 in der Stadtkirche abgehalten. Nachdem Theo Ehrsam schon darauf aufmerksam gemacht hatte, dass nur eine aufwendige Sparrunde die Ziellandung eines ausgeglichenen Voranschlags ermöglicht habe, tauchten im Publikum Zweifel am Umfang der vorgesehenen Massnahmen auf. Insbesondere der Umstand, dass die Kirchgemeinde dafür einen zwar zinsgünstigen Kredit von 1,5 Mio. Franken aufnehmen muss, förderte den Verdacht einer in Teilen zu luxuriösen Sanierung. Nachdem Roberto Thüring als Präsident der Baukommission die einzelnen Schritte erläutert hatte, befürwortete in den Einzelabstimmungen eine klare Mehrheit die Arbeiten an Gebäudehülle, Ausstattung, Beleuchtung, Lüftung, Elektro-, Akustik- und Brandmeldeinstallationen mit 20 bis 22 Ja-Stimmen, bei jeweils 6 bis 8 Nein und Enthaltungen. Etwas knapper war das Ja zur Gebäudeautomation, zur Revision der Orgeln und zur Sanierung in der Sakristei. Nach dem grünen Licht zur Investitionsrechnung und dem Bankdarlehen passierte der Voranschlag 2021, der bei Ausgaben von 4,78 Mio. Franken mit einem Einnahmenüberschuss von 87 Franken rechnet, mit 25:0. Er basiert auf der Annahme niedrigerer Steuereinnahmen, die sich aus der unsicheren Coronalage und weiteren Kirchenaustritten ergeben. Der Antrag, Vorfinanzierungen von 490000 Franken für die Innensanierung zu verbrauchen, fand eine 21:3-Mehrheit. Mit 26:0 Stimmen beliess die Versammlung den Steuersatz auf 18 Prozent.

Themenwechsel: Nachdem die Trimbacher und Wisner Katholiken beschlossen hatten, den Zusammenarbeitsvertrag mit Olten/Starrkirch-Wil und Ifenthal-Hauenstein per Ende 2021 zu kündigen, ist im Pastoralraum neue Dynamik entstanden. Ein von einer Arbeitsgruppe erarbeiteter neuer Zusammenarbeitsvertrag, der schon den vereinigten Kirchgemeinderäten vorgelegt wurde, fand in der St.Martinskirche eine gute Aufnahme. Olten/Starrkirch-Wil bleibt darin Leitgemeinde.

Finanzierungsschlüssel verändert

Der Entwurf beseitigt aber den aus Trimbacher Sicht doch unhaltbaren Finanzierungsschlüssel. Künftig nämlich soll nicht mehr die Mitgliederzahl, sondern die Steuerkraft für die Kostenverteilung entscheidend sein. In der Organisation kommt einer Betriebskommission als Führungs-, Steuerungs- und Aufsichtsgremium eine zentrale Rolle zu. Ausserordentliche Kirchgemeindeversammlungen sollen nun über Details beraten. Nach einem Differenzbereinigungsverfahren könnten die Rechnungsgemeinden im Juni den Zusammenarbeitsvertrag gutheissen und auf 1. Januar 2022 in Kraft setzen.