Nach dem Brand der Oltner Holzbrücke von Ende März ging die Stadtverwaltung davon aus, dass die nötigen Sanierungen nach einem halben Jahr abgeschlossen sind und der Notsteg danach wieder entfernt werden kann. Wie erste Abklärungen ergeben haben, dauert dies nun länger, weil eine generelle Zustandskontrolle vorgenommen wird, wie die Stadtkanzlei gestern mitteilte. Eine solche ist alle 20 bis 25 Jahre erforderlich und wurde letztmals um die Jahrtausendwende durchgeführt. «Wenn wir die Brücke für die Sanierung schon mit einem Gerüst versehen müssen, können wir gleich weitere Sachen anschauen, die sowieso in ein paar Jahren anfallen würden», sagt Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage. Wann genau der Notsteg wieder entfernt wird, kann laut Dietler aus heutiger Sicht noch nicht abgeschätzt werden. Wegen der umfassenderen Sanierung wird unter anderem der Oltner Kunstmarkt, der dieses Jahr Anfang September auf der Holzbrücke stattgefunden hätte, nicht an diesem Standort durchgeführt.

Oltner Wahrzeichen in Flammen

Oltner Wahrzeichen in Flammen

Wie die ersten Abklärungen der Zustandskontrolle zeigen, sind auch Massnahmen bei den Balken, welche oft der Nässe ausgesetzt sind, nötig. Zudem will die Stadt gleich weitere Verbesserungen etwa beim Bodenbelag, der Beleuchtung oder dem Brandschutz im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten prüfen.

Bei Regen- und Schneefall etwa wird der Holzboden wegen der Passanten feucht und dadurch leicht glitschig. Geprüft wird nun, ob der bisherige Bodenbelag beibehalten werden soll. Auch bei der Beleuchtung gibt es die Überlegung, ob die bisherige Grundausstattung reicht oder etwa auf der Brücke stattfindende Veranstaltungen wie der Kunstmarkt nicht besser beleuchtet werden müssten. Und beim Brandschutz wird zum Beispiel die definitive Einführung des Rauchverbots evaluiert, welches derzeit nur für die Sanierungsphase gilt.

Die Folge: Der Anfang April genannte Zeithorizont von einem halben Jahr bis zum Abschluss der Sanierung wird voraussichtlich nicht ausreichen, nachdem zur eigentlichen Reparatur des denkmalgeschützten Oltner Wahrzeichens die generelle Zustandskontrolle und die Prüfung von Verbesserungsmöglichkeiten hinzu kommen. Vor der Festlegung neuer Termine sind weitere Abklärungen erforderlich.

«Wir werden eine Auslegeordnung machen und die nötigen zusätzlichen Massnahmen mit einem Preisetikett versehen», sagt Dietler. Danach kann der Stadtrat – oder allenfalls das Gemeindeparlament bei Investitionen von über 400 000 Franken – darüber entscheiden, was umgesetzt werden soll. Bisher bekannt ist, dass die Solothurnische Gebäudeversicherung, bei welcher die Holzbrücke wegen ihres Dachs als Gebäude für 5,9 Millionen Franken versichert ist, nur die Instandstellung der Brandschäden bezahlt, nicht aber den Notsteg oder weitere zusätzliche Massnahmen zur Verbesserung der wichtigen Aareüberquerung (wir berichteten). Ein gewichtiges Wörtchen mitreden wird bei allen geplanten Massnahmen zudem die kantonale Denkmalpflege. Das Oltner Wahrzeichen ist als schützenswertes Objekt eingetragen.

Die Stadt fordert in ihrer gestrigen Mitteilung zudem alle Passanten auf, sich an das Rauch- und Velodurchfahrverbot zu halten, weil die «Platzverhältnisse beschränkt sind». Die von der Stadt vorerst provisorisch eingeführten Verbote werden von der Kantonspolizei Solothurn «regelmässig während ihrer ordentlichen Patrouillentätigkeit» kontrolliert, wie der Mediendienst auf Anfrage schreibt. Die Polizei spreche Personen «im präventiven Sinne an, um sie auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen», heisst es weiter. Anzeigen wegen Missachtung der beiden Verbote gebe es allerdings noch keine.