Verkehr

Sälipark macht nicht mit: Das Parkleitsystem der Stadt Olten kämpft gegen Widerstände

Das Einkaufszentrum Sälipark hat bereits heute Anzeigetafeln, die den Autofahrer auf die Auslastung hinweisen.

Das Einkaufszentrum Sälipark hat bereits heute Anzeigetafeln, die den Autofahrer auf die Auslastung hinweisen.

Die Umsetzung des bereits beschlossenen Parkleitsystem in Olten erweist sich als schwieriger als geplant. Mindestens zwei Parkhausbetreiber wollen nun nicht in das System einbezogen werden. Darunter ist auch das Einkaufszentrum Sälipark.

Seit Jahren wartet das Oltner Gewerbe auf ein Parkleitsystem, das den Suchverkehr der Autofahrer eindämmt. Wer mit dem Fahrzeug in die Stadt fährt, soll künftig via Anzeigetafeln an den Hauptachsen informiert werden, wo wie viele öffentlich zugängliche Parkplätze in Olten frei sind. Im Dezember 2018 hat das Gemeindeparlament die Vorlage einstimmig abgesegnet. Sechs Jahre zuvor scheiterte das Geschäft noch daran, dass nicht alle öffentlichen Parkplätze ins System integriert worden wären. Bereits im vergangenen Jahr sollte mit der Umsetzung begonnen werden. Doch der budgetlose Zustand der Stadt während eines halben Jahres verhinderte dies.

Doch nun erschwert nicht die Politik die rasche Umsetzung des Parkleitsystems, sondern trotz intensiver Bemühungen ein Teil der Parkhausbetreiber selbst. Die Stadt hatte sich gemäss Parlamentsvorlage zum Ziel gesetzt, die wichtigsten Parkhäuser und öffentlichen Parkfelder ins System einzubeziehen. Doch mindestens zwei Betreiber wollen nun nicht mitmachen, wie diese Zeitung erfahren hat. Zum einen ist dies das Einkaufszentrum Sälipark mit 365 Parkplätzen im grössten Parkhaus der Stadt Olten. Auf Anfrage sagt Centerleiterin Vera Graf, dass der Sälipark das städtische Parkleitsystem nicht brauche, weil man schon heute gut angeschrieben sei. «Wir haben seit 2003 Tafeln, die dem Autofahrer anzeigen, ob das Parkhaus und das Parkfeld vor dem Migros Do it & Garden frei oder besetzt sind.» Kein Ablehnungsgrund war gemäss Graf der von der Stadt geforderte Unterhaltsbeitrag. Ebenfalls nicht ans Parkleitsystem angeschlossen sein wollen die Besitzer der Winkelüberbauung mit ihrem öffentlich zugänglichen Parkhaus. Über die Gründe für die Ablehnung konnte diese Zeitung nichts in Erfahrung bringen. Eine Anfrage blieb unbeantwortet.

Doch es gibt auch positive Rückmeldungen. So sagt Daniel Blaser von der W. Thommen AG mit den beiden Parkhäusern Hübeli und Sälihof mit je rund 50 öffentlich zugänglichen Parkplätzen auf Anfrage: «Wir sind für das Parkleitsystem und auch bereit, uns an den Betriebskosten zu beteiligen.» Ein Grund dagegen wäre, wenn die Parkhäuser auch die Investitionskosten mitzahlen müssten.

Noch gibts eine «Knacknuss» zu lösen

Ursprünglich hatte nämlich die Stadtverwaltung vorgesehen, auch die Parkhausbetreiber an den Investitionskosten zu beteiligen. «Diese Idee ist auf wenig Gegenliebe gestossen», sagt Direktionsleiter Markus Dietler. In einer zweiten Runde hat sich die Stadt dann darauf beschränkt, die Unterhaltskosten von voraussichtlich 23000 Franken pro Jahr auf alle Beteiligten zu verteilen. Ein Drittel der Kosten fällt wegen der eigenen Parkplätze auf die Stadt. Wie der Kostenschlüssel genau aussehen wird, ist nicht zuletzt wegen des bisher nicht abschliessend feststehenden Perimeters noch nicht festgelegt. Ziel des Stadtrats ist es, das Parkleitsystem noch in diesem Jahr zu realisieren. «Das Gewerbe wartet darauf», sagt Dietler. Daher will die zuständige Direktion Präsidium die Umsetzung weiter vorantreiben. In den nächsten Wochen soll die öffentliche Ausschreibung erfolgen für das Projekt, das insgesamt 1,7 Millionen Franken kosten soll. Der Löwenanteil von knapp 1,5 Millionen kann aus dem Fonds Parkplatzgebühren bezahlt werden. Der Rest übernimmt nun die Stadtkasse.

Ohne Sälipark- und Winkelparkhaus würden gemäss Dietler derzeit rund 1450 Parkplätze, die öffentlich zugänglich sind, auf dem ganzen Stadtgebiet vom System erfasst. Deren 580 Parkplätze sind oberirdisch und gehören der Stadt. Es handelt sich dabei etwa um Abstellplätze auf dem Munzinger-, dem Klosterplatz oder in der Schützenmatte. Eine «Knacknuss» ist gemäss Dietler noch die Erfassung dieser oberirdischen Parkplätze. Es gibt verschiedene Möglichkeiten – alle haben ihre Nachteile: Bei der Videoerfassung sind es die im Wege stehenden Bäume und das Thema Überwachung, bei den Bodensensoren die grosse Anfangsinvestition und die Haltbarkeit der Akkus, bei Abschrankungen die örtliche Machbarkeit etwa beim Amtshausquai. «Vielleicht gibt es auch gemischte Varianten», sagt Dietler. Bei der Ausführung zu beachten gilt es dann zusätzlich, ob bereits bestehende Tafeln an der Strasse genutzt werden können. «Wir suchen da natürlich die Zusammenarbeit mit dem Kanton», sagt Dietler.

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