Boningen/Fulenbach
Sabotage im Maisfeld: Metallteile beschädigen Häcksler – Belohnung für Hinweise ausgesetzt

In der abgelaufenen Erntesaison sind in Fulenbach und Boningen Maishäcksler durch Metallteile schwer beschädigt worden. Die Betroffenen gehen von Sabotage aus. Für Hinweise wurde eine Belohnung von 5000 Franken ausgesetzt.

Urs Huber
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Das den Schaden verursachende Metallteil (rechts) hatte 4 cm Durchmesser.

Das den Schaden verursachende Metallteil (rechts) hatte 4 cm Durchmesser.

zvg

«Es ist schwierig zu sagen, wer dahintersteckt», sagt Alban Wyss am Telefon. Der Fulenbacher Lohnunternehmer ist im September und Oktober Opfer von Vorkommnissen geworden, die von Menschenhand inszeniert sein müssen. Denn es ist einleuchtend: Metallteile wachsen nicht von sich aus am Maisstängel. Aber genau solche Teile, die vom Metalldetektor des Maishäckslers nicht angezeigt werden, sind dem Fulenbacher Lohnunternehmer beim Maishäckseln zum Verhängnis geworden. Beziehungsweise der eingesetzten Maschine.

Innert 14 Tagen gleich zweimal. Beim ersten Mal in Boningen, später in Fulenbach selbst. Schadensumme jedes Mal: rund 120'000 Franken. Für Hinweise, welche zur Festnahme der Täterschaft führen, setzen die geschädigten Parteien gar eine Belohnung von 5'000 Franken aus.

Wohl eher kein Nachtbubenstreich

Ob dahinter gezielte Boshaftigkeit oder übermütiger Leichtsinn steckt? Wyss vermag’s effektiv nicht zu sagen. Aber er vermutet hinter den Aktionen eher keine Nachtbubenstreiche, sondern bewusstes Handeln. Sabotage schlechthin.

Auf jeden Fall ist’s jemand, der sich in der Mechanik eines Maishäckslers auszukennen scheint. Die Täterschaft habe dabei auch bewusst die Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen, ist man sich in der Branche einig. Denn neben dem materiellen Schaden können durch solche Situationen auch Menschenleben gefährdet sein. In beiden Fällen waren neben dem Fahrer auch jeweils ein Kind als Passagier in der Kabine.

Aus Deutschland sind solche Fälle bekannt

Vor Jahren bereits wurden solcherlei Aktionen in Deutschland bekannt; schweizweit sind derartige Vorkommnisse bislang erstmalig, wie Alban Wyss erklärt. «Es ist nicht motivierend, wenn du jedes Mal bei der Erntearbeit befürchten musst, es könnten Metallteile an den Stängeln befestigt sein, die dir dann einen solchen Schaden im sechsstelligen Bereich zufügen», sagt er ernüchtert. Er dürfe gar nicht daran denken.

Mittlerweile gehören für ihn auch Sichtkontrollen im Feld zur Pflicht. Auch im nächsten Jahr. «Aber dabei gibt’s natürlich auch keine Garantie», sagt er. Die Lage erinnert doch entfernt an die viel zitierte Nadel im Heuhaufen, die es zu finden gilt. Ein Glück, dass der Lohnunternehmer den Schaden mittlerweile durch die Versicherung gedeckt weiss.

Polizei: Noch keine neuen Erkenntnisse

Gemäss Nachfrage bei der Medienstelle der Polizei Kanton Solothurn haben sich im Fall der vermuteten Sabotageaktionen keinerlei neue Erkenntnisse ergeben. Auch Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind bislang keine zu vermelden. «Die Ermittlungen sind am Laufen», so Bruno Gribi.

Selbst der kriminaltechnische Dienst war vor Ort. Auch für Gribi sind derartige Sabotageakte bislang unbekannt geblieben. «Ich hätte jedenfalls von nichts Vergleichbarem vernommen.» Man könne wohl davon ausgehen, dass die Täterschaft sich bewusst war, welche Maschinen bei der Ernte auf den fraglichen Feldern zum Einsatz kommen, so der Mediensprecher. Und Wyss überlegt derweil halb im Scherz und halb ernsthaft, die Felder mit Kameras zu bestücken.