«Heuer nehmen rund 40 Kinder mehr teil als etwa letztes Jahr», erzählt Cornelia Kaeser-Günther vom Ferienpass-Organisationsteam. Viele der Kurse werden gleich mehrfach geführt und haben dennoch einen lange Warteliste. So auch jener Kurs, der im Titel schon vielversprechend tönt: «Leckere Gummibärchen selber machen». Dies sei sogar einer mit der längsten Warteliste überhaupt, weiss Cornelia Kaeser-Günther.

«Einfach gern»

Warum das wohl so ist, kann die neunjährige Hannah Gellens aus Olten zwar auch nicht erklären, aber sie ist glücklich, einen der total 20 Plätze ergattert zu haben. Denn sie sagt: «Ich habe Gummibärchen einfach gern.» Dass sie jene mit der Farbe Gelb am liebsten mag, verrät sie auch noch.

Nicht von Haribo

Kursleiterin Denise Steinmann vom Atelier «Filz & so» hat mit ihrer Idee voll ins Schwarze getroffen. «Mehr Kinder kann ich nicht nehmen, ich arbeite ja noch nebenher», sagt sie humorig. Jedenfalls stehen um 14 Uhr sämtliche Zutaten für die Gummibärchenproduktion bereit: Sirup nach Wahl, Gelatine (auch solche für Vegetarier), Gefässe, Löffel, Kochlöffel, Pfanne. Dass die knuffig-süssen Dinger am Schluss nicht von Haribo, ihrem deutschen Erfinder stammen, stört hier niemanden.

In Dreiergruppen wird Sirup mit Gelatine vermengt, umgerührt bis die Knötchen verschwunden sind, dann alles unter Aufsicht und Beigabe einiger mengenmässig heikler Zutaten erwärmt und die Masse im Anschluss mit dem Esslöffel in die bereitgestellten Förmchen gegossen. Fertig – das heisst, nun muss die Masse noch auskühlen. Ein Prüfstein für Bärchenliebhabende. Aber Geduld bringt Rosen; oder in diesem Fall – Gummibärchen.

Eine Schürze obendrein

Wie aber überbrückt man nun die Wartezeit? Denise Steinmann ist nicht vergeblich die Besitzerin des Kreativateliers: rasch ein paar Schürzen hervorgezaubert, die sich mit Klebstreifen und Airbrush- oder Pustestiften im Handumdrehen vielfarbig verzieren lassen.

Eine verblüffend einfache Idee, die auf fruchtbaren Boden fällt. «Ich dachte, eine Schürze kann man immer brauchen bei der Herstellung von Gummibärchen», sagt sie zu ihren Schützlingen, die ob der Malerei fast gar die auskaltenden Bärchen draussen im Korridor vergessen haben. Aber dann ist die Auskühlstunde schon fast um und der Zauber der Gummibärchen wirkt einmal mehr von Neuem.