Neben dem bisherigen Stadtrat Benvenuto Savoldelli schickt die Oltner FDP Monique Rudolf von Rohr ins Stadtrat-Rennen vom kommenden März. An der Nominationsversammlung vom Montagabend im Hotel Olten hat sich die 60-Jährige klar gegen Andreas Schibli und Thomas Rauch durchgesetzt. Die Parteipräsidentin soll den bei den letzten Wahlen verlorenen zweiten Sitz von der SP zurückholen. Die Sozialdemokraten ihrerseits schickten bereits letzte Woche ebenfalls ein Zweierticket mit einer Mann-Frau-Vertretung ins Rennen. Sie wollen mit dem bisherigen Thomas Marbet und der neu antretenden Marion Rauber ihren zweiten Stadtratssitz verteidigen. Es könnte sich also ein spannendes Rennen zwischen den beiden Frauen um den freien Sitz von Peter Schafer abzeichnen.

Die FDP-Ausmarchung fand in einer geheimen Urnenwahl statt: Es brauchte zwei Wahlgänge, bis das Resultat feststand. Im ersten Wahlgang schaffte keiner der Kandidaten bei 67 Stimmberechtigen das absolute Mehr. Bereits nach der ersten Auszählung lag aber Monique Rudolf von Rohr mit 32 Stimmen klar vor Ex-Gemeinderat Thomas Rauch mit 21 Stimmen. Mit nur 14 Stimmen als letzter im ersten Wahlgang ausgeschieden ist der langjährige Kantonsrat Andreas Schibli. Im zweiten Wahlgang mit relativem Mehr gewann Rudolf von Rohr mit 41 Stimmen die Ausmarchung schliesslich gegen Rauch mit 21 Stimmen.

«Ich habe grosse Freude», sagte Rudolf von Rohr in einer ersten Reaktion und dankte den Mitgliedern für ihre Nominierung. Sie ist überzeugt, dass durch die parteiinterne Ausmarchung ihre eigene Kandidatur gegen aussen gestärkt wurde. Etwas überraschend ist die deutliche Abfuhr für den 47-jährigen Schibli, der die grösste politische Erfahrung von allen drei Vorschlägen vorweisen konnte. «Nun weiss ich, wo mein Platz ist, nämlich in der Legislative», sagte Schibli, der für eine fünfte Amtsperiode als Kantonsrat gewählt werden will. Hinter vorgehaltener Hand hiess es an der Versammlung, das schlechte Abschneiden sei die Quittung dafür, dass er im Kantonsparlament zu wenig heraussteche.

Vor der eigentlichen Stadtrats-Nomination musste die Versammlung über das vom Vorstand vorgeschlagene Zweierticket entscheiden. Aus der Versammlungsmitte gab es den Antrag, mit einem Dreierticket bei den Stadtratswahlen anzutreten – was aber klar abgelehnt wurde. Vorstandsmitglied Daniel Probst begründete dies damit, dass man bei den Wahlen vor acht Jahren mit drei Kandidaten schlecht gefahren sei. Damals konnte die FDP nämlich nur einen offiziellen Kandidaten ins Trockene bringen. Den zweiten Sitz holte für die FDP ein wilder Kandidat. «Es ist besser, auf zwei Leute zu fokussieren und die Wähler so zu mobilisieren.»

Ebenfalls wurde die Frage gestellt, welche Strategie die Partei verfolge, wenn die SVP ebenfalls zu den Stadtratswahlen antreten sollte. Parteipräsidentin Rudolf von Rohr liess durchblicken, dass die Volkspartei zuwarte, bis man als Freisinnige nominiert habe und die SVP erst dann über eine eigene Kandidatur entscheide.

Ebenfalls nominiert hat die FDP gestern 19 Kandidaten für das Oltner Gemeindeparlament (siehe Spalte links). Der Vorstand erhielt zudem die Berechtigung, weitere Kandidaten nachzunominieren. Ein Antrag eines Mitgliedes scheiterte, dem Vorstand die Kompetenz zu geben, nur eine weitere Person aufzustellen, damit jeder Name zweimal auf die 40er-Liste geschrieben werden könnte. Fraktionspräsident Urs Knapp überzeugte die Anwesenden mit dem Versprechen, dass auch bei mehr als 20 Kandidaten keine Linie auf dem Wahlzettel leer bleiben werde, um keine Stimmen zu verlieren.