Peter Biedermann, wie sind Sie zum Rudersport gekommen?

Durch das Jugendkorps (später Schulsport) – damals wurde auch Rudern angeboten. Noch während der Schulzeit bin ich dann auch dem Ruderclub Olten beigetreten. Bemerkenswert ist dabei, dass von unserer damaligen Mannschaft (Vierer) noch heute drei aktive Mitglieder im Verein sind – daraus sind also lebenslange Freundschaften entstanden.

Sie haben im vergangenen Ruderjahr 1250 km zurückgelegt. Welches ist Ihre schönste Erinnerung daran?

Da gibt es viele schöne Erinnerungen! Wir pflegen hauptsächlich das Wanderrudern. Dabei befahren wir mit unseren eigenen oder mit ausgeliehenen Booten Flüsse und Seen im In- und Ausland. Namentlich erwähnen möchte ich die Donau, auf welcher wir in vier Etappen von Ulm bis Budapest gerudert und den Rhein, auf welchem wir in drei Etappen vom Bodensee bis zur Mündung in die Nordsee gerudert sind. Weitere Flüsse waren z.B. die Saône, die Mosel, der Neckar, der Main und die Lahn, sowie Dahme, Spree und Havel rund um Berlin, welche wir auch kennenlernen durften. Zu den schönsten und bekanntesten Flussabschnitten gehören dabei bestimmt die Wachau an der Donau und der Mittelrhein von Rüdesheim bis Koblenz.

Ihre an Ruderkilometern höchste je erbrachte Leistung war in welchem Jahr?

Das war im Jahr 2014. Andi Strub und ich rudern oft zusammen. Nachdem sich ein km-Total von gegen 2000 km abzuzeichnen begann, beschlossen wir, die Jahreszahl von 2014 km zu rudern. Im Verlaufe meines Ruderlebens bin ich insgesamt eine Strecke gerudert, welche dem Erdumfang (rund 40 000 km) entspricht.

Sind Sie als Ruderer am liebsten allein unterwegs oder mögen Sie rudern im Team mehr?

Ich schätze beides sehr. Im Skiff (Einer) ist man unmittelbar verantwortlich dafür, wie gut das Boot läuft. Das Skiff hat zudem den Vorteil, dass man ohne Terminabsprache einfach zum Rudern gehen kann. Auf der anderen Seite ist z.B. ein Doppelvierer, der so richtig schön läuft etwas ganz Tolles. Im Mannschaftsboot kann man zudem auch mal zusammen plaudern. Das anschliessende, wohlverdiente Feierabendbier und die Pflege der Kameradschaft gehören natürlich auch dazu.

Ist in Olten eigentlich eine nationale Ruderregatta denkbar?

Nein, für eine «richtige» Regatta braucht es ein stehendes Gewässer mit wenig Wellen und die Möglichkeit, acht 2000 Meter lange Bahnen anzulegen und mit Bojen zu kennzeichnen. Der Rootsee bei Luzern ist ein ideales Gewässer für Regattas. In Olten wurden aber auch schon Plauschregattas über eine kürzere Distanz durchgeführt.

Sie waren Proberuderer des «Explorer 21». Demnach soll «Explorer 21» das perfekte Boot für Anfänger/innen sein. Was macht ein Boot eigentlich zum perfekten Boot für Anfänger?

Der «Explorer 21» ist ein modernes Skiff (Einer), das aus CFK (Carbonfaserkunststoff) gefertigt ist und mit einem Flügelausleger ausgerüstet ist. Durch die etwas breitere und kürzere Bauart ist er wendiger und hat bezüglich Kentern gutmütigere Eigenschaften wie z.B. ein Rennskiff. Eine Besonderheit ist das gegenüber anderen Booten das etwa 15 cm tiefer liegende Trittbrettchen, welches das Ein- und Aussteigen insbesondere für ältere Ruderer leichter macht. Ich bin überzeugt, dass unser «Explorer 21» viele genussvolle Ausfahrten ermöglichen wird.