Olten
Die SP will mit Marbet und Rauber gleich beide Ämter im Stadtpräsidium erobern

Thomas Marbet als Stadtpräsident und Marion Rauber als Vizepräsidentin: So sieht der Plan der SP aus. Doch es wurden auch mögliche Einwände gegen diese Doppelkandidatur angesprochen.

Fabian Muster
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Thomas Marbet soll Stadtpräsident, Marion Rauber Vizepräsidentin werden.

Thomas Marbet soll Stadtpräsident, Marion Rauber Vizepräsidentin werden.

Bilder: Bruno Kissling

Nach dem guten Abschneiden von Marion Rauber im ersten Stadtratswahlgang Anfang März wurden Stimmen laut, die sie gerne als Stadtpräsidentin gesehen hätten. Das hat sie am Donnerstagabend bei der online durchgeführten SP-Parteiversammlung nochmals wiederholt: Sie sei mehrfach aufs Amt angesprochen worden – wegen des guten Wahlresultats, wegen ihrer Person –aber natürlich auch, weil sie eine Frau sei. Sie wolle aber an der Abmachung mit ihrem Amtskollegen Thomas Marbet festhalten, der seine Ambitionen aufs Präsidium schon frühzeitig angemeldet hätte. Es gebe kein Gefühl von Verzicht oder vornehmer Zurückhaltung. Sie unterstütze daher «voll und ganz den Vorschlag der Geschäftsleitung».

Dieser lautete: Die SP strebt mit dem bisherigen Vizepräsidenten Thomas Marbet das Stadtpräsidium an, mit Marion Rauber das Vizepräsidium. Die Partei hält gemäss Co-Präsident Ruedi Moor so an der Strategie fest, die schon im vergangenen Frühling bestimmt wurde, als Marbet sein Interesse angemeldet hatte, Nachfolger vom nicht mehr antretenden Martin Wey zu werden. Marbet unterstrich denn auch in einer mehrminütigen Rede, dass er «sehr gerne bereit wäre, das Präsidium und damit die grosse Verantwortung zu übernehmen». Nach dem guten Resultat von Marion Rauber hat die Geschäftsleitung aber zusätzlich entschieden, die bisherige Sozialdirektorin fürs Vizepräsidium nominieren zu lassen. Es geht der SP darum, Rauber als einzige Frau im Stadtrat stärker in die Verantwortung einzubinden.

Doppelkandidatur könnte nicht nur auf Freude stossen

Gegenanträge aus dem Plenum mit rund 35 Versammlungsteilnehmenden gab es keine. Es wurden allerdings mögliche Einwände gegen diese Doppelkandidatur angesprochen. So machte Rita Lanz auf das ungeschriebene Gesetz aufmerksam, dass das Vizepräsidium normalerweise vom politischen Gegner respektive sicher nicht von der gleichen Partei besetzt werde, um einen Ausgleich zu schaffen. Es bestehe tatsächlich das Risiko, dass dieser Vorschlag nicht überall auf Freude stosse, nahm Markus Ammann den Ball auf. «Wir beanspruchen beide Ämter im Präsidium kurz nach einer Wahlniederlage.» Der Partei müsse es daher gelingen, die Doppelkandidatur der Bevölkerung kommunikativ und argumentativ gut rüberzubringen, damit es nicht als Arroganz ausgelegt werde. Rauber sprach sogar von «grössenwahnsinnig», was die SP da tue und versuchte so, eine mögliche Kritik vorwegzunehmen. Sie schob aber nach: «Wir sollten uns jetzt stark positionieren und ein rotes Powerduo ins Rennen schicken.» Schliesslich entscheide die Stimmbevölkerung, wer gewählt werde. Dem Aufruf Raubers folgte die Parteiversammlung einstimmig und nominierte die beiden fürs Stadtpräsidium respektive fürs Vizepräsidium. Am 13. Juni finden die Wahlen für die zwei Ämter in Olten statt.

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