Schon zur Zeit der Römer waren Kristalle aus den Alpen begehrt und hoch geschätzt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Kanton Uri ist dank einzigartiger Mineralienfunde in der ganzen Welt als «Strahlermekka» bekannt. Dazu beigetragen hat sicher auch der sensationelle Fund der Rosafluorite am Planggenstock.

Aber schon im 19. Jahrhundert konnten Berufsstrahler aus dem Kanton Uri gut von den Bergkristallen leben, die sie damals vor allem nach England und Deutschland verkauften. Die Suche nach Bergkristallen, das Strahlnen, war und ist aber ein gefährliches Unterfangen. Das deutsche Mineralienmagazin «Lapis» widmete dem Kanton Uri, seinen mineralischen Schätzen und besonderen Urner Strahlern kürzlich eine ganze Sonderausgabe, die am Stand der Brüder Müller gekauft werden kann.

Rosafluorit

Der Fund einer grandiosen Kluft am Planggenstock, voll mit herrlich grossen Bergkristallen und wunderschönen Rosafluoriten ging durch alle Medien. Auf einen Schlag waren die Urner Rosafluorite in aller Munde. Die glücklichen Finder waren Paul von Känel und Franz von Arx. Sie stellten ihre Schätze für ein breites Publikum in Flüelen aus und reisten damit bis nach Tucson (USA) an die weltgrösste Mineralienausstellung. Paul von Känel höchstpersönlich kommt mit Raritäten vom Planggenstock nach Olten an die diesjährigen Mineralientagen und ist an einem eigenen Stand anzutreffen.

Auch die Urner Strahler Kurt und Bruno Müller kennen die Berge im Urnerland wie ihre Hosentasche. Die versierten Kletterer fanden auch in anderen Seitentälern der Urner Reuss einzigartig schöne Rosafluorite. Darunter sind Stufen, die so filigran und speziell sind, dass jeder darüber hinwegstreifende Blick fasziniert hängen bleibt. Die Kristalle beeindrucken nicht durch Grösse, sondern wegen der Farbgebung, den geometrisch perfekten Formen, der faszinierenden Verwachsung mit anderen Mineralien.

Rauchquarze

Bergkristalle sind im Alpenraum häufig zu finden, wenn man weiss, wo man suchen muss. Meist sind sie durchsichtig bis milchig trüb. Eine besondere Kristallart sind die Rauchquarze. Sie weisen eine mehr oder weniger starke bräunliche Färbung auf. Sie sind meist durchscheinend und reflektieren auftreffendes Licht nur vereinzelt. Ihre Verfärbung verdanken sie der natürlichen Einwirkung von Gammastrahlen.

Morione sind auch Rauchquarze. Sie sind aber so dunkel gefärbt, dass sie an die feurigen Augen temperamentvoller Südländer erinnern. Diese Kristalle erscheinen unergründlich und die Lichtreflexe spiegeln sich geheimnisvoll auf ihren Flächen wider.

Wenn Kristalle sich winden

Eine der seltensten und deshalb auch begehrtesten Kristallformen der Alpen ist das Gwindel. Es scheint, als ob sich der Kristall um eine Mittelachse drehen und winden würde. Meist macht er einen gedrungen Eindruck, mehr breit als hoch. Der Kanton Uri ist bekannt für seine Gwindel. Einige der schönsten Exemplare stammen aus dem Fundgebiet rund um die Göscheneralp. Wie diese gedrehten Quarze tatsächlich entstanden sind, bleibt vorläufig ein Geheimnis. Die Wissenschaftler sind sich auf jeden Fall nicht einig und haben mit ihren verschiedenen Theorien schon einige Bücher gefüllt.

Bruno und Kurt Müller indes machen sich über die Entstehung der Gwindel keine Gedanken. Sie sind fasziniert vom Erklettern steiler Bergwände, dem Finden unberührter Kristallklüfte und dem beglückenden Erlebnis, wenn ihnen ein besonderer Fund in die Hände fällt. Sie gehören seit mehr als 20 Jahren zur Urner Strahlerszene und bereichern mit ihren Funden regelmässig die Mineralienbörsen von Altdorf, Disentis, Basel und München.

Quarze in ihrer schönsten Form

Nun bringen die beiden Urner Strahler einen Teil ihrer Schätze an die Sonderschau in der Schützi Olten. Es liegt ihnen viel daran zu zeigen, dass alpine Stufen aus dem Kanton Uri weltweit einzigartig sind und es verdient haben, nationale und internationale Anerkennung zu finden. Zudem betreut das Brüderpaar auch einen eigenen Stand an der Mineralienausstellung. Gerne erzählen sie in ihrem typischen «Ürner»-Dialekt von ihren Erlebnissen und den Besonderheiten ihrer Kristallfunde. Die Geschichten sind teils haarsträubend, teils unglaublich - aber wahr! Empfehlenswert ist auch die Homepage der beiden: www.rauchquarz.ch.

Die Veranstalter freuen sich, dass Bruno und Kurt Müller, sowie Paul von Känel die diesjährige Ausstellung um viele Attraktionen reicher machen.

Wer wagt, gewinnt!

Im Rahmen der Ausstellung bieten mehr als 20 Händler und Sammler aus der ganzen Schweiz Gold, Fossilien, Mineralien, Meteoriten und Edelsteinschmuck aus dem In- und Ausland zum Verkauf an. Ebenfalls erhältlich sind Steinbearbeitungswerkzeuge und Zubehör für Mineralien- und Fossiliensammlungen. An der traditionellen grossen Tombola gibt es viele tolle Preise zu gewinnen.

Kulturzentrum Schützenmatt: Samstag, 2. November, von 13 bis 17 Uhr geöffnet; am Sonntag, 3. November, von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: Kinder/Jugendliche unter 16 Jahren gratis, Erwachsene Fr. 5.-.