Olten
Riggenbachturm ist weg, jetzt grüssen Fetthennen vom mageren Bord

Kaum ist der Riggenbachturm verschwunden, prangt an dessen Stelle eine Bordgestaltung, die ganz im mediterranen Look daherkommt und sich von der Gestaltung der angrenzenden Bordbepflanzungen markant unterscheidet.

Urs Huber
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So präsentiert sich der einstige Standort des Riggenbachturms heute.

So präsentiert sich der einstige Standort des Riggenbachturms heute.

HR.Aeschbacher

«Der Eindruck täuscht nicht», sagt Fridolin Fleischli, Leiter der Stadtgärtnerei.

Die frisch ausgebrachten Fetthennen (Sedum), eine Pflanzengattung aus der Familie der Dickblattgewächse, ist nämlich überwiegend in den subtropischen und gemässigten Zonen der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. «Wir wollten effektiv etwas anderes anlegen«, sagt Fleischli, der die Bepflanzung mit den Attributen «pflegeleicht» und «hitzeresistent» qualifiziert.

Die Stadt wollte nicht zuletzt auch darum etwas anderes, weil die Hangpflege doch einige Sorgen bereitet. Die am selben Bord angesiedelten Pfauengeissen als Vertilger der wuchernden Brombeersträucher sind nämlich nur bedingt erfolgreich. Die Fetthenne – rund 20 verschiedene Arten sollen sich auf den Matten befinden – dagegen soll Unkraut dauerhaft vertreiben.

Rollmatten ausgelegt

Letzte Woche also hat die Stadtgärtnerei die Hanggestaltung an die Hand genommen. Dabei wurden nicht einzelne Pflanzen angesiedelt, sondern sogenannte Sedum-Rollmatten (total 200) angebracht, jede rund 35 kg schwer und gut 20 Franken teuer, und auf dem mit Sickerbeton überzogenen Untergrund befestigt. «Mit Nägeln», so Fleischli. Die nicht begrünten Areale dienen tierischen Gästen als Sonnenterrasse. Vor allem Eidechsen werden erwartet, wie Fleischli erklärt. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Fetthennen im Laufe der Jahre weite Teile dieses Hangabschnitts erobern wird. «Der Anfang jedenfalls ist schon mal gut angelaufen», so der Leiter der Stadtgärtnerei; der Regen sei nach der Anpflanzphase Gold wert gewesen und beschleunige die Verfestigung der Matten.

Sind die Pflanzen erst mal gut mit dem Untergrund verbunden, so hält die Fetthenne locker eine siebenwöchige Trockenperiode aus. «Dies ist das eine», sagt Fleischli, «das andere ist, dass die Pflanze auch extremer Hitze widersteht; besonders wichtig an dieser doch exponierten Südwestlage.» Zudem sei sie winterhart und bilde schliesslich einen «Teppich», der 10 bis maximal 15 cm hoch werde, wie Fleischli sagt.

Offenbar eine Pflanzengattung wie aus dem Bilderbuch für Standorte wie diesen. Zusätzlich glänzt sie mit einer langen Blütezeit, angeblich in den Monaten Juni/Juli und gibt sich – in unmittelbarer Nähe zur Entlastungsstrasse vielleicht auch nicht ganz unwichtig – streusalzresistent. Auch einen den jährlichen Rückschnitt kann verzichtet werden.

Auch als Stabilisierungsfaktor

In steileren Hangabschnitten hat die Stadtgärtnerei die Matten, je zwei Meter lang und 50 cm breit, etwas dichter angebracht. Nicht grundlos. Die Bepflanzung soll auch den Hang stabilisieren.