Olten

Riesige Fasnachtswagen und ein Obernaar, der mit dem gemeinen Narrenvolk mitläuft

40 Nummern, knapp 1500 Mitwirkende, darunter 19 zu prämierende Wagengruppen, ebenso viele Guggen und ein Obernaar, der erstmals seit Menschengedenken nicht hoch vom Wagen grüsste, sondern Dudelsack pfeifend mitmarschierte; eine nachahmenswerte Idee.

Gut anderthalb Stunden dauerte der heurige Fasnachtsumzug durch die Oltner Innenstadt; bei stetem Nieselregen und doch frischen Temperaturen. Aber davon liessen sich weder Zuschauer noch Aktive beeindrucken, zeigten sich Letztere doch – vor allem bei Staulagen, bedingt durch zwei Nadelöhre wegen der Kräne in der Römer- und der Solothurnerstrasse – äusserst fantasievoll und deckten speziell in den Wartezeiten die Kiebitze mit reichlich Konfetti, Süssigkeiten, Früchten, Blumen und andern herzerfrischenden Aufmerksamkeiten ein.

Oltner Fasnachtsumzug

Oltner Fasnachtsumzug

Besonders originell: Wer sich, wie etwa die Bohème, frostiger Themen annahm («Eis wird zu Wasser, wo ist da der Bär?»), agierte mit passend weissfarbenen Konfetti, die schier vom mitgeführten imposanten Eisbären ablenkten. Ähnliches liesse sich von der Säli-Zunft behaupten, die als «schrägi Vögu» ihrem Motto durchaus gerecht wurden und den Konfettisegen reichlich spendeten. Ach, wie lieblich dagegen die Rätschwyber, die den Zuschauern unaufhörlich «eins zwitscherten», dabei ihren Gabentempel öffneten und nicht Vogel-, aber anders «Futter» in Umlauf brachten.

Oltner Fasnachtsumzug

Oltner Fasnachtsumzug

Obernaar zu Fuss unterwegs


Erstmals seit Menschengedenken oder zumindest seit es Wagenbauer gibt, marschierte der Oltner Obernaar mit dem gemeinen Narrenvolk die Umzugsroute ab. Sympathische und nachahmenswerte Idee. Das Fasnachtsober-haupt MacSven nicht von fern besehen, sondern aus der Nähe. So hat der Obernaar mit Sicherheit ein offenes Ohr für ungezählte Bekannte am Strassenrand.


Grosse Wagen – grosser Reiz


Die bekannten Wagenbauabteilungen der Fröscheweid oder der Guggi trumpften auch heuer wieder mit imposanten Konstruktionen auf. Während die Guggi mit einer Dampfzugkomposition von epochalem Ausmass anrückte und ihrem Motto «60 Johr met Volldampf onterwägs» vollends gerecht wurde, glänzte die Fröscheweid mit ihrer «Fröschepolizei Olte» ebenso. Nicht bloss der Dimensionen wegen. Nur an der Fasnacht nämlich tummeln sich abgeurteilte Vaganten und Polizisten gleichermassen auf einer Plattform. Oder etwa doch nicht? Seis drum: Grossartig die Wirkung, die Dimensionen der Ideen, welche die Konstrukteure heuer veranschlagt hatten, stossen langsam an ihre Grenzen und brechen sich an den Kurvenradien in der Innenstadt. Ein paar Schrammen jedenfalls hatte das Fröschepolizei-Gefährt nach dem Umzug aufzuweisen. Millimeterarbeit der Lotsen und des Fahrers war mehr als einmal gefragt.


Bilanz: Ein geglückter Umzug, der aus bekannten Gründen an Staumomenten litt, aber niemand, der sich darob aus der Ruhe bringen liess. Wie hatte Beat Soland, Umzugsverantwortlicher im Fukorat, doch gesagt «Es geht schon.»

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