Rickenbach
Umnutzen, abbrechen? Das Schicksal des Buuchhüsli steht auf der Kippe

Sie sind Teil des Dorfinventars, die beiden Wöschhüsli in Rickenbach. Eines gehört der Gemeinde. Aber: Was tun damit?

Urs Huber
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Ramponiert und substanzschwach: Das Wöschhüsli der Gemeinde Rickenbach steht vor einer ungewissen Zukunft.

Ramponiert und substanzschwach: Das Wöschhüsli der Gemeinde Rickenbach steht vor einer ungewissen Zukunft.

Bruno Kissling

«Die Liegenschaft ist noch nicht allzu lange im Besitz der Einwohnergemeinde», sagt Rickenbachs Gemeindepräsident Dieter Leu. «Ein, zwei Jahre vielleicht.» Das Wöschhüsli oder auch Buuchhüsli genannt, im Wegspickel von Berg-, Bann- und Belchenstrasse gelegen, gehört aber seit Menschengedenken zum gewohnten Ortsbild Rickenbachs.

In einem solchen Waschhaus befand sich ein Bauchkessel, genannt «Buchchessi». Der Name stammt wohl von der Buchenasche, die damals als Waschlauge diente. So jedenfalls ist dies unter architekturbasel.ch nachzulesen.

Lieferwagen verursachte Schaden

Das gemeindeeigene Wöschhüsli, ein Weiteres an der Bergstrasse in Rickenbach steht dagegen in Privatbesitz, ist erst vor wenigen Monaten wieder in die Schlagzeilen des Dorfes geraten, nachdem ein Lieferwagen gegen die Ostwand stiess und ein Loch im Mauerwerk hinterliess. «Bislang stand das Häuschen leer», so Leu.

Dies will das offizielle Rickenbach ändern und hat deshalb, noch vor der eigentlichen Beschädigung, einen Ideenwettbewerb in der Bevölkerung lanciert. «Was tun mit dem Wöschhüsli?», so die Frage. Abreissen, umnutzen? Denn nach dem Unfall hat sich auch gezeigt, dass die Substanz des Gebäudes mittlerweile eine reduzierte und der angerichtete Schaden grösser ist, als das Auge vermuten lässt. So steht die Zukunft des kleinen Gebäudes in den Sternen.

«Von Renovation bis Abriss ist momentan alles möglich»

, ist deshalb im letzten «Rickenbacher Dorfblatt» zu lesen. Dort wurde auch ein Ideenwettbewerb lanciert, der veritable Eingebungen ans Tageslicht brachte, wie das «Rickenbacher Dorfblatt» ebenfalls festhielt: Die Nutzung als Bring- und Holhüsli wurde angeregt, als Süssigkeitenkiosk oder Selbstbedienungslädeli, als Kulturhüsli, Minimuseum, offener Bücherschrank oder dann als grundsätzlicher Ort eines Informationsaustausches im weitesten Sinn. «Sogar von einem Motorenhäuschen für ein Rolltrottoir ist die Rede», schmunzelt Leu.

Warum nicht einen offenen Bücherschrank

«Mir ist die Idee eines offenen Bücherschrankes sehr sympathisch», sagt Leu. Nach Einschätzung des Gemeindepräsidenten liegen auf dem Haus keinerlei speziellen Auflagen, so dass bauliche Ergänzungen wie allenfalls Fenster keine Probleme bieten würden. Auch fehlen bislang Elektro- und Wasseranschluss gänzlich.

Noch steht übrigens nicht fest, ob der angerichtete Schaden mit verantwortbarem Aufwand überhaupt behoben werden kann. Deshalb äussert sich die Liegenschaftskommission sehr vorsichtig zum ganzen Projekt. Denn die Gemeinde müsse aufgrund der momentanen finanziellen Lage, verursacht durch Covid-19, verschiedene Projekte zurückstellen. «Die neue Nutzung des Wöschhüslis fällt leider auch in diese Kategorie», schreibt die Liegenschaftskommission. Aber falls der Schaden behoben werden könne, werde sicher die eine oder andere Idee, allenfalls auch in Kombination, umgesetzt.

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