Rickenbach
Dieter Leu samt solider Jahresrechnung verabschiedet

Rickenbachs Rechnung 2020 schliesst positiv; der zurücktretende Gemeindepräsident hinterlässt eine gesunde Basis.

Urs Huber
Drucken
Teilen
Mit einer neuen Bohr- und Fräsmaschine im Sack scheidet Dieter Leu (links) aus dem Amt; Pius Müller hielt die Laudatio.

Mit einer neuen Bohr- und Fräsmaschine im Sack scheidet Dieter Leu (links) aus dem Amt; Pius Müller hielt die Laudatio.

Urs Huber

Es war eigentlich fast schon der wichtigste Anlass der Rickenbacher Rechnungsgemeindeversammlung, wenn denn eine Rangliste unter den bewegenden Aspekten dieser Versammlung erstellt werden soll: Die Verabschiedung des zurücktretenden Gemeindepräsidenten Dieter Leu. 38 Stimmberechtigte wollten dabei sein.

«Es hat mir Freude gemacht, mitzugestalten, interessante Leute kennen gelernt und bei spannenden Fragestellungen den Austausch unterschiedlicher Haltungen und Ansichten miterlebt zu haben»,

sagte der scheidende Leu bewegt. Auch die Erkenntnis, allein sei man in diesem Geschäft nichts, behielt der eingefleischte Modelleisenbahnliebhaber in diesem Moment nicht für sich. «Ich konnte mich immer auf meine Leute verlassen.»

Und schliesslich wusste Leu, eben ganz Mediziner, auch ein philosophisches Allzweckmittel, um im (Polit-)Leben bestehen zu können. «Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.» Voilà.

Leu: 16 Jahre als Gemeindepräsident

«Man gibt nach so langer Zeit schon ein schönes Bündel an Aufgaben und Erfahrungen ab», hatte er kurz vor Versammlungsbeginn noch gesagt. Die letzten 20 Jahre war er im Rickenbacher Gemeinderat vertreten, davon 16 Jahre als Gemeindepräsident. Die launige Würdigung des 69-Jährigen hatte dessen Stellvertreter Pius Müller übernommen, der auch auf die Persönlichkeit des Scheidenden einging. «Was ihn am meisten geärgert hat? Unvorbereitet an Sitzungen zu kommen und hochemotional eingefärbte und sachferne Bemerkungen», so Müller.

Wer Leu näher kannte, erfuhr rasch, dass er stets gemässigt im Ton auftrat und auf die Wirkung unaufgeregter Betrachtung vertraute. Er gestaltete die Fusion der Bürger- und der Einwohnergemeinde zur Einheitsgemeinde mit und galt als Verfechter der Idee «Die Schule bleibt im Dorf», wie Müller ausführte. Beides erfolgreich.

Das Abschiedsgeschenk, neben Tropfen aus der Bündner Herrschaft: Eine Bohr- und Fräsmaschine, die erst – noch unter blaufarbenem Papier verhüllt – anderes vermuten liess. «Das isch de ned öppe e Hellruumprojektor», spasste Müller. Das Geschenk kam wie gerufen, hatte Leu in der Vergangenheit doch immer wieder geklagt, seine alte Maschine sei eigentlich defekt und zu unpräzise geworden.

Keinerlei Gegenstimmen zu verzeichnen

Und die übrigen Geschäfte? Passierten ohne Gegenstimme. Die Jahresrechnung der Sozialregion Untergäu mit einem Kostenanteil für Rickenbach von gut 980'000 Franken bedeutete eine Kostensteigerung gegenüber dem Vorjahr von rund 7 Prozent, wie Gemeinderat Lorenz von Felten festhielt. Die Jahresrechnung der Feuerwehr Untergäu schloss mit einem Ertragsüberschuss von knapp 6000 Franken, die Jahresrechnung der öffentlich-rechtlichen Anstalt Kreisschule Untergäu mit einem solchen von knapp 106'000 Franken.

Und auch die Jahresrechnung der Gemeinde Rickenbach schloss bei einem Aufwand von 6,35 Mio. Franken und einem Gesamtertrag von 6,37 Mio. Franken wider Erwarten mit einem Gewinn von gut 20'000 Franken. Das Nettovermögen pro Einwohner beträgt aktuell 2900 Franken. Solide auch die Spezialfinanzierungen: Das Eigenkapital der Wasserversorgung liegt bei rund 45'500, jenes der Abwasserbeseitigung bei 528'000 und das der Abfallbeseitigung bei 13'700 Franken.

Aktuelle Nachrichten