Kappel
Revision des Friedhofreglements: Erdbestattungen nicht mehr gratis

Einen Überschuss von 2'000 Franken aus der laufenden Rechnung 2015 und teurere Erdbestattungen: Die Gemeindeversammlung winkte diese und alle anderen Traktanden durch.

Urs Huber
Drucken
Teilen
«Erdbestattungen sind mit Abstand am kostenintensivsten», so Gemeinderätin Eveline Schärli. (Symbolbild)

«Erdbestattungen sind mit Abstand am kostenintensivsten», so Gemeinderätin Eveline Schärli. (Symbolbild)

Aargauer Zeitung

26 anwesenden Stimmberechtigte («gut 1 Prozent der Stimmberechtigten», wie Gemeindepräsident Rainer Schmidlin festhielt) und ausschliesslich wortlose Einstimmigkeit: dies die Kennzeichen der Rechnungsgemeindeversammlung Kappel.

Den geringen Ertragsüberschuss von gut 2'000 Franken darf man getrost als «Chilbibatze» bezeichnen; gering zwar, aber eben doch. Im Voranschlag war man noch von einem Aufwandüberschuss von rund 150'000 Franken ausgegangen. In Kappel sprach man deshalb von einem «erfreulichen Ergebnis».

Abrechnungen unter Kredit

Der Gemeinderat Kappel gehört noch zu jenen Exekutiven, die sich über massive Kostenunterschreitungen bei Kreditabrechnungen abgeschlossener Projekte etwas ärgern. «Besser als andersrum zwar», so Schmidlin, «aber es könnte der Eindruck entstehen, wir würden bewusst mit überrissenen Kreditbegehren aufwarten.»

Dabei stütze sich der Rat stets auf Berechnungen externer Fachbetriebe. Sechs der sieben dem Souverän vorgelegten Abrechnungen schlossen denn auch unter Kredit ab; teilweise bis zu einem Drittel tiefer. «So 10 bis maximal 20 Prozent Abweichung gehören in den Toleranzbereich», meinte der zuständige Gemeinderat Daniel Willimann.

Was drüber liege, werfe schon Fragen auf. So blieb etwa die Abrechnung «Wasserleitung Dorfstrasse 1. Etappe» bei einem Kredit über 325'000 Franken um satte 114'000 Franken unter dem Voranschlag.

Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfallbeseitigung schlossen mehrheitlich positiv. Zwar wies die Rechnung Wasser mit 83'000 Franken einen Aufwandüberschuss (bei einem Kapital von 1,139 Mio.) auf, doch blieben die beiden andern Spezialfinanzierungen mit 66'500 Franken (Abwasser) und 60'500 Franken (Abfall) deutlich im positiven Bereich. Die Netto-Investitionskosten von 5,7 Mio. Franken lagen um 1,8 Mio. tiefer als vorgesehen.

Friedhofkommission ade

Unbestritten blieb auch die Revision des Friedhofreglements. Einerseits wird damit die Friedhofkommission abgeschafft, andererseits werden Erdbestattungen nicht mehr wie bisher gratis, sondern mit einer Gebühr von 1'600 Franken verrechnet. «Erdbestattungen sind mit Abstand am kostenintensivsten», begründet die zuständige Gemeinderätin Eveline Schärli die Änderung. Im Gegenzug werden Urnengräber günstiger: Ihr Preis reduziert sich ab kommendem Jahr von 2'500 auf 1'300 Franken im Urnenfeld.

Aktuelle Nachrichten