Hägendorf

Regionalturnverband Olten-Gösgen: Nun fehlt noch ein neuer Präsident

Lebensfreude beim STV Hägendorf am Regionalturnfest Thal-Gäu 2017.

Lebensfreude beim STV Hägendorf am Regionalturnfest Thal-Gäu 2017.

Nach der Rücktrittswelle im letzten Jahr steht der Regionalturnverband Olten-Gösgen (RTVOG) vor einem Neuanfang.

An der diesjährigen Präsidenten-, Leiter- und Jugendleiter-Konferenz des derzeit «gegroundeten» Regionalturnverbandes Olten-Gösgen hat sich gezeigt: Es sind viele willige Crew-Mitglieder vorhanden, die den Regionalturnverband wieder abheben lassen wollen. «Noch fehlt aber ein Pilot, um definitiv zu starten.» So jedenfalls interpretieren Insider die gegenwärtige Stimmungslage im Verband.

«Ich spüre ein Kribbeln in der Luft», sagte Antje Lässer, Präsidentin des Solothurner Turnverbandes (SOTV), welche durch die Präsidenten-, Leiter- und Jugendleiter-Konferenz des Regionalturnverbandes Olten-Gösgen (RTVOG) in Hägendorf führte.

Letztes Jahr waren auch die letzten verbliebenen Mitglieder des Vorstandes des Regionalturnverbandes zurückgetreten, nachdem der RTVOG-Vorstand schon längere Zeit mit Vakanzen zu kämpfen hatte. Im vergangenen Jahr war die Situation dermassen prekär geworden, dass die Verbandstätigkeit komplett auf Eis gelegt wurde. «Nun zeigt sich, dass ein grosses Interesse vorhanden ist, dass etwas passiert», so Lässer vor 48 Vertreterinnen und Vertretern von 25 Vereinen.

Die Willigen

Was ist passiert? Seit der letzten Delegiertenversammlung trafen sich auf die Initiative von Beni Herzig, dem Präsidenten des STV Kienberg, interessierte Vereinsmitglieder, um das mögliche weitere Vorgehen zu bestimmen. So konnten mehrere mögliche Crew-Mitglieder für die «Air RTVOG» gefunden werden.

Für die Technische Leitung würde sich Michael Fürst (TV Gunzgen) zur Verfügung stellen, im Bereich Geräteturnen würde er unterstützt von Nadine Christ (STV Hägendorf), im administrativen Bereich von Therese Nyffeler (TV Fulenbach). Die Jugend-Abteilung möchte Lukas Herrmann (STV Hägendorf) übernehmen, zwei junge Frauen (Andrea Jäggi, TV Boningen und Alina Barrer, TV Fulenbach), könnten sich vorstellen, ihn zu unterstützen.

Frühere wieder an Bord

Zwei frühere Vorstandsmitglieder würden auch im neuen Vorstand weiterarbeiten: Hansi Burren (TV Kienberg) würde sich wieder um den Bereich Spiele kümmern, Wulf Wessel (TV Fulenbach) um die Finanzen. Da sich Wulf Wessels berufliche Situation jedoch demnächst möglicherweise ändert, wird aber voraussichtlich auch der Posten des Finanzchefs frei. Wessel würde seinem Nachfolger weiterhin unterstützend zur Seite stehen. Auch für die Administration ist eine Interessentin angefragt worden. Grosser offener Posten ist derjenige des Piloten oder der Pilotin. «Ein Co-Präsidium wäre durchaus denkbar», erklärte Antje Lässer.

Auflösung ist «keine Option»

Aus der Runde kam die Frage, was denn passiert, wenn das Präsidium bis zur Delegiertenversammlung am 3. November in Lostorf nicht besetzt werden kann. SOTV-Präsidentin Antje Lässer antwortete: «Dann würde der RTVOG aufgelöst, es gäbe keine Anlässe mehr.»

«Das ist keine Option», entgegnete Beni Herzig prompt, was Lässer nur allzu gern mitträgt. Herzig rief alle Interessierten dazu auf, sich für das nächste Treffen des möglichen künftigen Vorstandes zu melden, um eine Lösung zu finden. «Lassen wir den RTVOG wieder abheben», bat Lässer inbrünstig. Und die Zeichen dafür stehen nicht schlecht.

Dazu Beni Herzig auf Anfrage: «Wenn wir beim RTVOG keine Anlässe wie Unihockey- oder Volleyballturniere sowie Spieltage mehr auf die Beine stellen können, dann wirds auch schwierig, die Leute im eigenen Dorfverein bei der Stange zu halten.» Selbiges gelte auch für die Jungturnerinnen und -turner. Regionalsportliche Treffen seien Motivationsschub für die Riegen. «Sich messen ist nämlich immer reizvoll», stellt Herzig fest.

Der Präsident des STV Kienberg als eigentlicher Motor dieses Wiederbelebungsversuchs innerhalb der Amtei «hofft schwer», wie er sagt, das Präsidium wieder besetzen zu können. Inwiefern er sich selbst in dieser Rolle sehen könnte, lässt er allerdings offen. Aber er sagt: «Meist ist es so, dass in den Turnvereinen Vorstandsmitglieder ab etwa 35 Jahren einem jüngeren Turner oder einer Turnerin Platz machen.» Das wäre grad der Moment, um dann im Regionalturnverband aktiv zu werden. «Da bringt jemand nämlich schon viele Erfahrung in der Vorstandsarbeit mit», so Herzig weiter, der seit einem Jahr die Geschicke des STV Kienberg leitet.

Zu 99 Prozent sicher

Für Antje Lässer wäre ein Neustart des RTVOG äusserst begrüssenswert und wichtig. Ohne diesen würden zahlreiche Aktivitäten wegfallen, die das Vereinsleben bereichern. Auch Lässer nennt Turniere und Spieltage als Beispiele, deren Ausbleiben auch bei den jungen und jüngsten Aktiven besonders negativ durchschlagen würden. Zwar fürchtet Lässer keinen Dominoeffekt bei einer länger andauernden Vakanz in der Amtei Olten-Gösgen, weil die einzelnen Regionalverbände autonom agieren.

Zu Personalfragen innerhalb des RTVOG will sich die Kantonalpräsidentin zwar nicht äussern. Aber auch sie ist optimistisch: «Zu 99 Prozent bin ich mir sicher, am 3. November in Lostorf die Personalprobleme gelöst zu sehen», sagt Lässer. Dann könnten die Delegierten den auferstandenen Teilverband wieder in ihre Arme schliessen.

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