Auf breiter Ebene Mehrwerte schaffen, unter anderem gesellschaftlich, stadträumlich und ökonomisch: dies die Zielsetzung der aus Bauherrschaft und Stadt zusammengesetzten Projektträgerschaft. Sie prüft derzeit eine Überarbeitung des für das Areal Olten SüdWest geltenden Gestaltungsplans. Bis im Sommer 2017 soll ein Masterplan als Basis vorliegen.

Die Überbauung des ersten von 14 Baufeldern in Olten SüdWest hat gezeigt, dass die im Gestaltungsplan aus dem Jahre 2008 definierte maximale Dichte mit Ausnahme der Baufelder entlang der Bahnlinie realisierbar ist. Problem dabei: Die maximale Gebäudehöhe führt zu einer grossvolumigen und uniformen Bebauung. Dies wiederum macht die Aussenräume eher zu «Resträumen» als zu Orten des öffentlichen Lebens.

Im vergangenen September gab die Eigentümerschaft des Areals Olten SüdWest grünes Licht, um eine Anpassung des Gestaltungsplans zu konkretisieren. Bedingung: Die Anpassungen dürfen nicht zu wesentlichen Verzögerungen bei der weiteren Arealentwicklung führen. Als Ziel wurde formuliert, künftig mehr Abwechslung in die Wohnnutzungen zu bringen und die Strassenräume und Grünflächen gestalterisch aufzuwerten.

Auf dem Weg dorthin sind unter der Leitung der Stadt mehrere Foren vorgesehen mit dem Planer-Team Schneider Raumentwicklung und Städtebau (Olten/Aarau), Ernst Niklaus Fausch Architekten (Aarau/Zürich). Mit dabei sind als externe Berater sowohl für die beauftragten Planer wie für die Auftraggeber drei Experten: Thomas Schwab von Werk1 Architekten und Planer AG, Olten; Pascal Vincent von Aebi & Vincent Architekten SIA AG, Bern, und Daniele Di Giacinto von :mlzd Architekten, Biel.

Flexibler und variabler

Im Zentrum des ersten Forums stand die Konkretisierung der mit der Überarbeitung des Gestaltungsplans angestrebten Mehrwerte. Aus ökonomischer Sicht erwartet die Projektträgerschaft mit einem flexibleren Gestaltungsplan eine grössere Marktbreite durch architektonische Qualität und abwechslungsreiche Angebote, die auch zu mehr Vielfalt unter den Bewohnerinnen und Bewohnern führt.

Eine Veräusserung von Teilen der Baulandfläche könnte den Realisierungsprozess beschleunigen. Und die Kombination von Miet- und Eigentumsverhältnissen könnte – wie nachhaltige und veränderbare Bauweisen – für soziale Vielfalt und somit für gesellschaftlichen Mehrwert sorgen. Gerade Eigentum hat das Potenzial, Verantwortungsgefühl und Identifikation von Bewohnerinnen und Bewohnern gegenüber «ihrem» Wohnquartier zu steigern.

Stadträumlich wird ein Mehrwert aus einer variablen Abfolge der Gebäudehöhen und aus einer Betrachtung in kleineren Flächeneinheiten erhofft. In einer mehr räumlichen als technischen Optik überprüft werden sollen die Aspekte Verkehr und Begrünung, ohne bereits getätigte Investitionen zu vernichten. Dabei sind sich die Projektträger einig, dass eine qualitativ hochstehende Langsamverkehrsverbindung von Olten Südwest an die Innenstadt, von der auch die Gesamtstadt und das Gewerbe profitieren, eine unabdingbare Voraussetzung für dessen positive Entwicklung darstellt.

Nach Abschluss des Masterplans plant die Grundeigentümerschaft auf dieser Basis bis zirka Ende 2018 die Ausarbeitung eines neuen Gestaltungsplans. Bereits während dieser zweiten Phase kann sie auf der Basis des Masterplans die Baufeldentwicklung für die nächste Bauetappe aufnehmen, um die Verzögerungen durch die Erarbeitung des neuen Gestaltungsplans möglichst gering zu halten. (sko/otr)