Region Olten
Gaspreis steigt um bis zu 100 Franken für ein Einfamilienhaus pro Monat – auch der Strompreis erhöht sich

Die Energiepreise steigen im Marktgebiet der Aare Energie AG. Vor allem die Gaspreise gehen durch die Decke. Das sind die Gründe.

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Wer mit Gas kocht, zahlt künftig mehr für die Energie.

Wer mit Gas kocht, zahlt künftig mehr für die Energie.

Themenbild: Oliver Menge

Die Preise für Strom und Gas steigen für die Kundinnen und Kunden im Marktgebiet der Aare Energie AG, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heisst. Es ist damit eine weitere Preiserhöhung in diesem Jahr 2021.

Mehrere Gründe führen zu höheren Preisen beim Gas. Der vergangene Winter sei zwar nicht klirrend gewesen, aber lange andauernd kalt. Das bedeute, dass der Nachfüllbedarf der westeuropäischen Gasspeicher nach wie vor hoch sei, und erst gegen Ende des Jahres gedeckt sein werde. In den norwegischen Förderfeldern sei es zu langen Wartungsperioden gekommen, da zahlreiche Revisionen infolge Covid-19 von 2020 auf 2021 verschoben wurden. Gleichzeitig steige die Nachfrage angesichts einer Wirtschaftsbelebung in vielen Ländern wieder.

Besonders in Asien werde mehr Gas verbraucht, was zu einem geringeren Flüssigerdgas-Angebot in Europa führe. Die Schiffe steuerten vermehrt Asien an. Die Wind- und Solarstromerzeugung lag zudem in den Jahren 2020 und 2021 besonders in Deutschland eher unter den Erwartungen. Gleichzeitig habe sich mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und den erhöhten CO2-Kosten die Reihenfolge, wie die Kraftwerke zugeschaltet werden, zugunsten der Gasverstromung verschoben.

Kosten pro Monat fürs Gas steigen bis zu 100 Franken

«Der Gasmarkt ist zurzeit in ganz Europa sehr angespannt und reagiert auf kleine Veränderungen mit grossen Ausschlägen», heisst es weiter. Längerfristig, also ab Frühjahr 2022, sollten die Preise wieder tiefer liegen, der Markt erwarte nach dem Winterhalbjahr eine Entspannung, macht die Aare Energie AG ihrer Kundschaft Hoffnung. Von den hohen Preisen seien die Schweiz und somit der regionale Energieversorger stark betroffen.

Für eine Einfamilienhaus-Heizung mache dies beim derzeitigen Preisniveau schnell gegen 100 Franken pro Monat aus. Unverändert bleiben der Grundpreis und der Biogasanteil von 30 Prozent. Um längerfristig Heizkosten durch geringeren Energieverbrauch einsparen zu können, könne sich eine Heizungs- oder Gebäudeberatung lohnen. Ende dieses Jahres lanciere die Aare Energie AG zudem eine Thermografie-Aktion, welche oft Grundlage für eine Beratung oder Gebäudesanierung ist.

Strompreis steigt für Oltner Haushalte um rund ein Prozent

Angetrieben durch die Primärenergien Gas und Kohle hat auch der Strompreis ein neues Rekordhoch erreicht. Die Strom-Terminpreise in der Schweiz liegen derzeit für das Lieferjahr bei deutlich über 15 Rappen pro Kilowattstunde. «Das ist mehr als das Doppelte des Beschaffungspreises für die Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung», teilt die Aare Energie mit. Ermöglicht wurde dies durch eine frühzeitige und gestaffelte Beschaffung. Dadurch erhöhen sich die Strompreise im 2022 gegenüber 2021 für die Oltner Haushaltungen nur um rund ein Prozent.

Im nächsten Jahr werde sich die Situation anders zeigen, wenn vermehrt auch teure Energie im Beschaffungsportfolio der Aare Energie enthalten sei. Nochmals anders präsentiere sich die Situation für Gewerbe- und Industriekunden im freien Strommarkt, deren Stromverträge Ende Jahr abliefen: Diese müssten sich jetzt zu hohen Preisen fürs nächste Jahr eindecken. (mgt/otr)

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