REGION OLTEN
Christkatholiken: Kirche steht nicht mehr im Dorf

Christkatholiken der Region Olten verkaufen Kirche und Land in Starrkirch-Wil für gut 280'000 Franken.

Urs Huber
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Geht zusammen mit Land an die Einwohnergemeinde Starrkirch-Wil über: die christkatholische Kirche in Starrkirch-Wil.

Geht zusammen mit Land an die Einwohnergemeinde Starrkirch-Wil über: die christkatholische Kirche in Starrkirch-Wil.

Bruno Kissling/Archiv

Mit 38 zu 2 Stimmen haben die 40 anwesenden Stimmberechtigten der christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten dem Verkauf der christkatholischen Kirche in Starrkirch-Wil grossmehrheitlich zugestimmt. Kirchenratspräsidentin Monique Rudolf von Rohr gab zu verstehen, es sei ein Glück, dass die Kirche samt Land in die Hände der Einwohnergemeinde Starrkirch-Wils komme.

Der Verkaufserlös erfüllt die Erwartungen

Der Verkaufspreis treffe zum einen ziemlich genau die Erwartungen der Kirchgemeinde, ja liege gar noch etwas höher. Zum Zweiten könne die christkatholische Kirchgemeinde ruhigen Gewissens der Zukunft einer unter Denkmalschutz stehenden Baute entgegensehen. «In Starrkirch-Wil weiss man mit Kulturgütern umzugehen», so die Präsidentin.

Damit steht die Kirche nicht mehr im Dorf, könnte man sagen: jedenfalls für das Oppositionsduo mit Ernst Gubler und Fritz Neuhaus. Die beiden hatten sich gegen den Verkauf zu stemmen versucht (wir berichteten). Sie monierten, das Geschäft sei zu wenig transparent aufgelegt, der Verkaufspreis eindeutig zu niedrig, die Schatzung unseriös. Ernst Gubler stellte den Antrag, das Chilemätteli, knapp 3200 Quadratmeter, nicht zu verkaufen. Das Land werde früher oder später sicher an Wert gewinnen. «Es kostet ja nichts, wenn man’s jetzt behält», so Gubler. «Also, warum verkaufen?»

Das Land als integraler Bestandteil des Handels

Beat Wyttenbach dagegen machte klar, dass der Landanteil integraler Bestandteil des Verkaufspreises sei. «Ohne das Land platzt der Verkauf, soviel ist sicher», so der einstige Kirchgemeinderat. Der unbändige Verkaufswille machte deutlich, wie sehr die christkatholische Kirche in der finanziellen Bredouille steckt. Es tauchte in der knapp 20-minütigen Diskussion auch der Begriff der externen Zwangsverwaltung auf mit Steuersätzen, die nicht mehr eigenständig bestimmt werden könnten. Und es gab gar – eigentlich eher unüblich – Gehässigkeiten und Klagedrohungen wegen mutmasslicher Verleumdung. Die Kirche steht nicht mehr im Dorf. Aber die komfortable Mehrheit des Entscheides lässt darüber hinwegsehen.

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