Region Olten
Christkatholiken: deutlich verbessertes Budget – aber ein Pfarrer fehlt noch

Das prognostizierte Defizit der Christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten ist markant reduziert, aber noch ist die Pfarreistelle unbesetzt.

Beat Wyttenbach
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Stadtkirche: Frisch renoviert, aber noch immer ohne Pfarrer.

Stadtkirche: Frisch renoviert, aber noch immer ohne Pfarrer.

Kurt Schibler / OLT

15 Stimmberechtigte der Christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten interessierten sich am Donnerstagabend für den Voranschlag 2022. 0,311 Mio. Franken im Budget 2021, 0,289 Mio. Franken in der Rechnung 2020 – so budgetierten sich die Aufwandüberschüsse der Kirchgemeinde zuletzt. Ganz anders präsentiert sich der Voranschlag 2022: Dieser sieht bei einem Aufwand von 0,481 Mio. Franken und einem Ertrag von 0,41 Mio. Franken «nur» noch ein Defizit von 71'432 Franken vor.

Laut Finanzverwalter Andreas Angermeiner sind zwei Gründe dafür verantwortlich: «Einerseits konnten beim Personalaufwand 128'000 Franken eingespart werden, weil für das kommende Jahr noch keine Neubesetzung der Pfarrstelle vorgesehen ist. Andererseits fallen die Abschreibungen um 72'000 Franken geringer aus, da aufgrund der mit dem Kanton getroffenen Härtefallregelung das Verwaltungsvermögen nicht über zehn, sondern über 18 Jahre abgeschrieben werden darf.»

Auf der Ertragsseite wird zudem mit 35'000 Franken mehr Mietertrag beim Kirchgemeindehaus in Olten gerechnet. Nettoinvestitionen wurden keine budgetiert.

Denkmalschutz: Auch im Sinne des Kantons

In der anschliessenden Diskussion schlug Kurt Füeg vor: «Ich fände es gut, wenn auf politischer Ebene abgeklärt würde, ob es korrekt ist, wenn der Kanton den Kirchgemeinden Vorschriften macht, welche Abschreibungen sie vorzunehmen haben, obschon die Gemeinden riesige Summen in den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude stecken.» Denn dies müsse doch auch im Interesse des Kantons liegen und sollte belohnt, nicht bestraft werden.

Füeg machte weiter beliebt, dass die Christkatholische Kirchgemeinde sich auch mit entsprechenden Körperschaften anderer Konfessionen beraten und dann Druck auf die kantonalen Behörden machen soll. Darüber hinaus wurde auch der Vorschlag gemacht, in dieser Sache die Solothurnische Interkonfessionelle Konferenz (SIKO) einzuschalten, denn diese habe Gewicht.

Schlussendlich genehmigte der Souverän den Voranschlag 2022 mit einer Enthaltung und hiess auch den unveränderten Steuersatz von 18 Prozent der einfachen Staatssteuer gut.

Pfarrer gewünscht

Gunter Thiel wies unter dem Informationstraktandum darauf hin, es könne nicht sein, dass die Pfarreistelle in der Kirchgemeinde immer noch vakant sei. «Der Pfarrer hat einen wesentlichen Stellenwert, auch nach aussen hin», fand er. Die Kirchgemeindepräsidentin Monique Rudolf von Rohr hielt fest, man wolle die Stelle spätestens in einem Jahr wieder ausgefüllt wissen, eine entsprechende Kommission sei bereits eingesetzt und an der Arbeit.

Kirchgemeinderat Roger Lang seinerseits bemerkte: «Zuerst müssen wir aber unsere Finanzen in den Griff bekommen.» Bischof Harald Rein, der als Gast zugegen war, mahnte an, «dass es erfahrungsgemäss ein halbes bis ein Jahr dauert, bis eine Pfarreistelle besetzt werden kann»