Bis Ende des Monats hat Collie Herb viel zu tun. Gerade hat er sein zweites Album fertiggestellt; vor ihm liegen noch Radiotermine, Videodrehs, Promoarbeit halt. Nach der Plattentaufe am 14. Oktober in der Schützi wird der Oltner Musiker dann wieder einmal aufatmen können.

Zum Gespräch im Café Ring erscheint der 30-Jährige noch etwas müde, in diesem Fall ist der Grund aber ein anderer. «Die Geburtstagsfeier eines Freundes, es wurde ziemlich spät gestern», meint er lachend. Er bestellt erst mal Kaffee.

Songs entstanden in Lateinamerika

Sein neues Album heisst «Bambus», und Collie erklärt umgehend, was es damit auf sich hat: «Der Titel ist eine Metapher für langsames Wachstum – beruflich, privat, in der Liebe.» Es gehe darum, dass man nicht immer sofort bekomme, was man sich wünsche. Dass man seine Wünsche aber erreichen könne, wenn man lange genug dranbleibe. Davon handelt, auf die ein oder andere Weise, jeder der 14 Songs auf dem Album. Sie tragen Titel wie «Nüt Blibt, Aues Wird», «Bevor I Go» und «I Weiss». Letzterer ist als Singleauskopplung und Videoclip bereits erhältlich.

Collies Lebensgeister scheinen nun erwacht, er redet sich langsam warm. Seine Themen haben immer mit ihm selbst zu tun, erzählt er. Die Songs für «Bambus» habe er vor zwei Jahren in Guatemala und Mexiko geschrieben: «Ich befand mich damals in einer Lebenssituation, in der ich mich selbst wiederfinden musste. Ich sprach mir selbst Mut zu: Alles kommt gut.»

Konzentration auf Sonnenseite

Überhaupt scheint er ein sehr positiver Mensch zu sein, seine gute Laune wirkt ansteckend. «Natürlich habe auch ich meine Downs», sagt er. «Aber ich konzentriere mich mehr auf meine Sonnenseite.» Aus seinen Liedern ist das deutlich herauszuhören. Macht er doch Reggae, ultimative Wohlfühlmusik.

Auch andere Stile lässt er einfliessen, etwa Hip-Hop. Und er singt grundsätzlich auf Schweizerdeutsch. Weil er so am besten ausdrücke, was er denke und fühle. Und sich seine Zuhörer mit der Mundart identifizieren können. «Ich rede auch nicht um den heissen Brei herum, sage einfach raus, was ich denke», fügt er an. Seine Message laute im Wesentlichen: «Wir sind alle hier, um was Positives zu bewirken. Und wir sollten mehr Sorge tragen zueinander.»

Nicht alles nur «Rock ’n’ Roll»

«Bambus» erscheint am 30. September. Collie Herb nahm es gemeinsam mit seinen Produzenten «Loopsided», seiner Band The Mighty Roots und Gastsängern auf. Harte Arbeit sei das gewesen, die viel Disziplin erfordert habe. «Das Musikbusiness ist eben nicht nur Rock ’n’ Roll, wie man sich das vorstellt», schiebt er nach. Apropos Rock ’n’ Roll, da drängt sich eine Frage auf. Wie er eigentlich zu Drogen stehe? Collie lacht. «Ich bin eher ein cleaner Typ, Drogen vertrage ich nicht besonders gut.» Er rolle sich höchstens alle paar Monate mal einen «Doobie» – ganz aus der Luft gegriffen ist der Künstlername also nicht –, er sei aber ein sehr aktiver Typ. Und musikalisch sehr ehrgeizig, perfektionistisch gar.

Bereits ist sein Kopf wieder voller Songideen. «Ich habe das starke Bedürfnis, mich wieder kreativ auszudrücken», sagt er. Das sei in letzter Zeit zu kurz gekommen. Nach der Plattentaufe sei er aber wieder «relaxed». Wie die Platte wohl ankommen wird? «Ich habe ein gutes Gefühl bei dem Album», meint er.