Leichtes Spiel für die Verantwortlichen der Einwohnergemeinde Hägendorf. Mit einer Ausnahme winkten die 32 anwesenden Stimmberichtigten sämtliche Traktanden einstimmig durch. Lediglich bei der Erhöhung des Dienstalters für Angehörige der Feuerwehr (von 42 auf 47 Jahre) erfolgte der Entscheid mit einer Gegenstimme. Denn damit verlängert sich auch die Zahlungspflicht bezüglich Ersatzabgabe, was von einem Votanten an der Versammlung moniert wurde.

Grossartige Jahresrechnung

Uli Ungethüm als neuer Verwaltungsleiter präsentierte eine äussert erfolgreiche Jahresrechnung 2018. Äusserst erfolgreich darum, weil etwa massive Steuernachzahlungen aus Vorjahren (nat. Personen: 535 000 Franken; jur. Personen: 690 000 Franken) eingegangen waren und sich die Fachschaften aus Verwaltung, Bildung, Verkehr und Umwelt äusserst diszipliniert gaben und rund 740 000 Franken unter Budget blieben.

Schliesslich konnte sich Hägendorfs Säckelmeister an 1,7 Mio. Franken Mehreinnahmen bei den Steuereingängen freuen. Dennoch gehört’s seit je zum guten Ton der Verantwortungsträger, über solches Glück nicht gleich in grenzenlose Euphorie zu verfallen und eher mahnend zu intervenieren. «Es gehört zu unserer Philosophie, Investitionen nach Möglichkeit aus eigenen Mitteln tätigen zu können», so Ungethüm. Derzeit sitzt Hägendorf noch auf einer Fremdkapitallast von knapp 17,4 Mio. Franken. Im Jahr 2017 hatte diese noch um 2,2 Mio. Franken höher gelegen.

Etwas weniger harmonisch nahm die Versammlung die Rechnung der Sozialregion Untergäu zur Kenntnis. Ungut schlug zu Buche, dass die vom Amt für soziale Sicherheit veranschlagten Pro-Kopf-Beiträge von 360 Franken in der Sozialhilfe einmal mehr zu tief angelegt worden waren. «Tatsächlich liegen die Kosten pro Kopf bei knapp 415 Franken», so Gemeinderat Patrick Rossi. Schliesslich resultierten für Hägendorf gegenüber dem Budget von 4,5 Mio. Franken Mehrkosten von 330 000 Franken.

«Unhaltbar»

Für Kasimir Rötheli aus der Versammlung ein zusehends unhaltbarer Zustand. «Wenn das so weitergeht, werden die Sozialkosten bald jenen der Bildung gleichen.» Er forderte den Gemeinderat deshalb auf, im Sinne der Kostendrosselung zu wirken und politisch aktiv zu werden. Und zwar über die Gemeindegrenzen hinaus.

Glatt durch ging auch die Revision der Dienst- und Gehaltsordnung, die neu einen 5-tägigen Vaterschaftsurlaub vorsieht, was positiv vermerkt wurde. Unter Umständen kann der Gemeinderat neu die heute fix festgelegte Wochenarbeitszeit von 42 Stunden variabel zwischen 40 und 43 Stunden festlegen. Nach wie vor aber liege die wöchentliche Arbeitszeit bei 42 Stunden, so Rossi. «Es bestehen keine Absichten, diese zu ändern.»

Unter Verschiedenem wurden allerlei «Bräschte» aus der Gemeinde erwähnt: Unordnung allenthalben und überstrapazierte Parkierungszeiten am Bahnhof (Kasimir Rötheli) oder etwa versiffte Spielplätze und ebensolche Waldpartien (Albert Gerig). Die Probleme seien weitgehend bekannt, meinte Gemeindepräsident Heller. «Aber eine Lösung zu finden beziehungsweise Ordnungsweisungen durchzusetzen, ist nicht so einfach.» Der Rat jedenfalls sei und bleibe dran.