Der Gemeinnützige Frauenverein Olten (GFVO) sucht Menschen, die älteren Leuten Zeit schenken. Denn Angehörige wohnen oft weit weg oder sind nicht vorhanden. Und das Personal in Altersheimen hat häufig keine Zeit, auf persönliche Wünsche der Senioren einzugehen: etwa einen Spaziergang unternehmen, auf den Friedhof gehen, den Coiffeur oder eine Theatervorstellung besuchen. Aktivitäten, die die alten Leute von früher gewohnt sind und gerne weiterhin ausüben würden.

Der GFVO habe etwas Neues im Bereich Senioren auf die Beine stellen wollen, sagt Mühlemann. Durch ein Gespräch mit der Pflegedienstleiterin des Stadtparks Olten sei die Idee einer externen Seniorenbetreuung im Altersheim entstanden. Der gemeinnützige Gedanke sei im Vorstand des Vereins nach wie vor stark verankert, so Mühlemann. «Auch wir werden froh sein, wenn uns im Alter ein ähnliches Angebot zur Verfügung steht», erklärt sie den Gedanken hinter dem Projekt.

Bislang sechs Freiwillige

Der GFVO, der selbst über Jahrzehnte die Senioren-Tagesstätte Sonnegg in Olten führte, schlug dem Oltner Pflegeheim Stadtpark vor rund zwei Monaten eine Zusammenarbeit vor. Am Oltner Weihnachtsmarkt verteilte der GFVO Flyer und informierte die Besucher über das Projekt. Sechs Frauen im Alter von Mitte 20 bis Mitte 60 hätte der Verein bislang gewinnen können, sich ehrenamtlich zu engagieren, sagt Mühlemann erfreut.

In einem Anmeldeformular geben die Freiwilligen an, wann sie Zeit haben, welches ihre Interessen sind und ob sie etwa ein Auto besitzen. Das Pflegeheim Stadtpark indes klärt ab, welche Bewohner das Angebot nützen möchten. Bedingung ist, dass sie einigermassen selbstständig und mobil sind, da die Betreuenden keine pflegerischen Aufgaben übernehmen werden.

Start im Januar

Mühlemann ist derzeit dabei, einen Pool von Freiwilligen anzulegen. Starten möchte sie das Projekt idealerweise mit zehn bis zwölf Leuten. Sie fände es erfreulich, wenn sich auch Männer melden würden. Nach Möglichkeit sollten sich die Freiwilligen längerfristig engagieren können. «Es wäre schön, wenn die Senioren eine Beziehung zu den Betreuenden aufbauen könnten», sagt sie.

Starten wollen der GFVO und der Stadtpark das Angebot kommenden Januar. Nach einer Anlaufphase werde der GFVO auch auf andere Altersheime zugehen, um abzuklären, ob Interesse bestehe an dem Projekt. Der Verein will den Senioren insbesondere ermöglichen, auch Zeit ausserhalb des Altersheims zu verbringen. Allfällige Kosten, die im Rahmen solcher Ausflüge entstehen, etwa für ein Zugbillet oder eine Theaterkarte, übernehme der Verein. Das Budget dafür stammt gemäss Mühlemann aus den jährlich rund 500 Mitgliederbeiträgen zwischen 30 und 200 Franken.

Engagiert seit über 70 Jahren

Der GFVO engagiert sich seit 1946 ehrenamtlich. Er ist unter anderem im Bereich Kinder- und Seniorenbetreuung tätig, bietet einen Mahlzeitendienst und ein monatliches Aktivitätenprogramm an und organisiert den Ferienpass für Schulkinder.