Sachbeschädigung
Randalierer vor Gericht: Ein 44-jähriger Grieche hinterliess in Olten eine Spur der Verwüstung

Ein 44-Jähriger verursachte im Januar 2018 grossen Schaden in Olten – nach seiner Verhaftung flutete er eine Gefängniszelle in Aarau und setzte eine Zelle in Zofingen in Brand.

Corinne Wiesmann
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Die Liste der Straftatbestände war lang. Sachbeschädigung, Brandstiftung, mehrfache Drohung und Beschimpfung – um nur einige der Delikte zu nennen, für die sich der 44-jährige Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Zofingen zu verantworten hatte. Hauptanklagepunkt war die Sachbeschädigung, die er im Januar 2018 verübte.

In einem regelrechten Saubannerzug zog der Mann in der Nacht durch die Stadt Olten und zerstörte oder beschädigte ­diverse Objekte wie Scheiben, Werbevitrinen oder Briefkästen. Es entstand ein Sachschaden von rund 19'000 Franken.

Die Nachbarn mit dem Tod bedroht und Zellen zerstört

Zudem bedrohte er seine Nachbarn und weitere Personen in seinem Umfeld mehrfach mit dem Tod. Seinen Drohungen verlieh er Nachdruck, indem er mit Gesten das Durchschneiden der Kehle inszenierte oder mit der Hand eine Schusswaffe nachahmte und so tat, als würde er auf sein Gegenüber schiessen. Auch gegen seine Mutter sprach er Drohungen aus und wurde handgreiflich.

Der Mann wurde nach einigen dieser Vorfälle jeweils in Haft genommen. Zweimal zerstörte er danach seine Gefängniszelle. Beim ersten Mal in Aarau flutete er diese mit Wasser und Putzmittel. Beim zweiten Mal setzte er die Zelle im Bezirksgefängnis Zofingen in Brand, indem er mit Bettwäsche und WC-Papier ein Feuer legte.

Der arbeitslose Mann ist den Behörden gut bekannt. Neben diversen Vorstrafen, unter anderem wegen Sachbeschädigung, liegt eine umfangreiche Krankenakte vor. Schon mehrmals war der Mann in psychiatrischer Behandlung. Eine Gutachterin, die vor Gericht ebenfalls befragt wurde, attestierte dem Beschuldigten eine paranoide Schizophrenie. Die Sachbeschädigungen in Olten habe er demnach unter einem psychotischen Schub verübt und sei zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen. Die übrigen angeklagten Delikte seien ebenfalls auf die schwere Störung zurückzuführen und es sei von einer schwer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen. Die Gutachterin empfahl daher eine stationäre Massnahme für den Mann.

«Es steht nicht in erster Linie die Bestrafung des Beschuldigten im Mittelpunkt. Sondern vielmehr die Frage, wie ihm geholfen und die Gesellschaft vor ihm geschützt werden kann», sagte Staatsanwältin Christina Zumsteg im Plädoyer. Das Gericht sah dies ähnlich. Es sprach den Beschuldigten bei der Sachbeschädigung in Olten aufgrund der Schuldunfähigkeit frei.

In zahlreichen anderen Anklagepunkten kam es aber zu einem Schuldspruch. Die Strafe wurde wegen der verminderten Schuldfähigkeit jedoch reduziert. Letztlich verurteilten die Richter den 44-Jährigen zu einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe sowie einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen à 10 Franken sowie einer Busse von 150 Franken. Das Bezirksgericht ordnete aus- serdem eine stationäre psychiatrische Massnahme an.