Kostenoptimierung

Raiffeisen schliesst den Bankschalter in Gunzgen

Noch bis Ende Juni ist der Bankschalter in Gunzgen geöffnet.

Noch bis Ende Juni ist der Bankschalter in Gunzgen geöffnet.

Ab Ende Juni ist das Dorf ohne Bank; immerhin bleibt der Bancomat bestehen. Die Schliessung steht im Zeichen der Kostenoptimierung.

Auf die Post folgt nun die Bank: Nachdem die Poststelle in Gunzgen im Frühling 2018 dichtmachte und ihre Dienstleistungen seither im örtlichen Volg-Laden erbringt, kommt nach gut zwei Jahren der relativen Kontinuität der nächste Keulenschlag. Auch die Raiffeisenbank Untergäu sperrt Ende Juni den Schalter in Gunzgen zu. «Was willst du da machen?», antwortet Gemeindepräsident Hansruedi Krähenbühl auf die Frage, ob sich die Gemeinde für den Erhalt des Schalters eingesetzt habe. Das Gerücht habe schon an der letzten Generalversammlung kursiert. «Das hat jeder gemerkt, als klar wurde, welche Filialen saniert werden», so der Gemeindepräsident weiter. Gunzgen war nicht dabei. Offiziell sei die Schliessung Anfang Januar kommuniziert worden. Mehr als eine Information darüber sei’s auch nicht gewesen.

«Der Entscheid ist vorher schon gefallen», resümiert Krähenbühl. Glücklicherweise bleibe wenigsten der Bancomat erhalten. Auch das sei nicht sicher gewesen. Für die Senioren werde es natürlich etwas komplizierter jetzt. Die nächste Filiale befindet sich in Kappel. Wer gerne etwas weiter reist, kann die Bankdienstleistungen auch in Hägendorf oder Wangen bei Olten in Anspruch nehmen.

Die Zeiten ändern und damit auch das Bankwesen

Für Viktor Müller, Verwaltungsratspräsidenten der Raiffeisenbank Untergäu, war der Entscheid schon seit 2,3 Jahren virulent, wie er auf Anfrage zu verstehen gibt. Die Schliessung stehe auch im Zeichen der Kostenoptimierung. Und: «Der Bedarf nach einfachen Schalterdienstleistungen nimmt ab.» Die Zeiten im Geld- und Zahlungsverkehr hätten sich gewandelt. «Ich darf immerhin daran erinnern, dass wir mit unseren Standorten in Kappel, Hägendorf und Wangen eine ungewöhnlich hohe Dichte aufweisen.»

Was mit den Räumlichkeiten in Gunzgen passiert, ist noch unklar. «Wir haben keinen Bedarf», erklärt der Verwaltungsratspräsident. Aber natürlich sei zu klären, wie der Zugang zum verbleibenden Bancomat gewährleistet bleibt, wenn der Schalterraum einer neuen Nutzung zugeführt wird. Die Räumlichkeiten gehören der Raiffeisenbank Untergäu.

Ist ein gewisses Ausbluten der Gemeinden festzustellen? «Das find’ ich schon», sagt Krähenbühl. Auf jeden Fall werde es in Zukunft nicht einfacher. Immerhin tröstlich, dass er die Situation in Gunzgen eigentlich noch als recht gut bezeichnet. «Wir haben den Volg und einen Beck, das ist schon noch was.»

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