Existenzangst wegen Lockdown

Prostituierte in Olten können weder arbeiten noch zurück in ihre Heimat

Verzweifelte Situation für Prostituierte

Verzweifelte Situation für Prostituierte

Im Lockdown können Prostituierte weder arbeiten noch zurück in ihre Heimat. Dies sorgt bei vielen Sexarbeiterinnen für Verzweiflung. Auch in Olten ist die Existenzangst im Sex-Business gross.

Aufgrund der Coronakrise sitzen Prostituierte in der Schweiz fest und können nicht arbeiten. Die Sexarbeiterinnen in Olten sind verzweifelt, ihnen fehlt es an Einkünften und Nahrungsmitteln.

Auch am Oltner Strassenstrich wird derzeit nicht angeschafft. Die Existenzangst ist gross. Unter den betroffenen Frauen befindet sich Margrith aus Ungarn, die sich die Rückkehr in ihr Land wünscht. «Aber ich habe kein Geld, meine Mama ist krank, und sie hat auch kein Geld, um Medikamente zu kaufen», erklärt die 22-Jährige gegenüber TeleM1. Zudem fehle es ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder an Nahrungsmitteln.

Da die Prostituierten keine Kunden mehr empfangen können, fehlt ihnen das Einkommen. Wie die aus Rumänien stammende Irina berichtet, reiche es deswegen kaum für etwas zu essen. Das Leben in der Schweiz sei teuer und das Geld, das sie sich angespart hatte, habe sie schon lange verbraucht. 

Die Betreiberin der Fluss-Bar, Monika Blaser, versucht, den Frauen zu helfen. Sie lässt sie gratis in den Zimmern wohnen, die normalerweise vermietet werden. Aber auch Blaser hat aufgrund der Coronakrise mit der Existenz ihrer Bar zu kämpfen. Momentan sei sie in Kontakt mit der Bank und schaue, dass sie eine Balance halten könne. Wenn sie sehe, dass es mit den Zahlungen eng werde, trete sie mit den rechnungsstellenden Personen telefonisch oder persönlich in Kontakt und bete um einen Aufschub. 

Da bei Nichteinhaltung der Vorschriften eine Entziehung der Bewilligung droht, wird rund um die Fluss-Bar nicht mehr angeschafft. In der Region Olten würden sich gemäss Blaser aber nicht alle daran halten: Es gäbe andere Nationalitäten in anderen Orten, die trotz allem «wie am Fliessband» gearbeitet hätten. «Das schmerzt mich schon, wenn ich weiss, dass die Polizei auch daran vorbeifährt und nicht reagiert», berichtet die Betreiberin. Es sei nun an der Zeit, dass der Bundesrat das Sexgewerbe zusammen mit der Gastrobranche öffne. 

Die Sexarbeiterinnen werden momentan von einer Hilfsorganisation und Freiwilligen unterstützt. (szr)

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