Olten
Procap lädt zum Tag der offenen Tür: «Wir sind auch ein Reisebüro für Jedermann»

Procap lädt am kommenden Dienstag in Olten zum Tag der offenen Tür und will seine Reisebürodienstleistungen für alle bekannter machen.

Urs Huber
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Helena Bigler, Leiterin Reisen und Sport bei Procap, in den neuen Räumlichkeiten an der Frohburgstrasse 4.

Helena Bigler, Leiterin Reisen und Sport bei Procap, in den neuen Räumlichkeiten an der Frohburgstrasse 4.

Zur Verfügung gestellt

Was viele wissen: Procap ist nach eigenen Angaben der grösste Mitgliederverband von und für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz, hat seinen Sitz in Olten und gut 21'000 Mitglieder. Procap organisiert und vermittelt Reisen, barrierefreie Reisen für Menschen mit Behinderungen; mit stetig wachsenden Nutzerzahlen.

Procap Reisen, Tag der offenen Tür

Dienstag, 14. August 2018, 11 bis 20 Uhr an der Frohburgstrasse 4, 1. Stock, in Olten.

Rund 1200 Personen mit Behinderungen machten vom Angebot im letzten Jahr Gebrauch und buchten ein Arrangement, 100 mehr als im Jahr zuvor. «Die Kundenzahlen steigen von Jahr zu Jahr», sagt Helena Bigler. Leiterin Reisen und Sport bei Procap. Entsprechend wird der Reisekatalog kontinuierlich umfangreicher. «Heute sind wir bei knapp 100 Seiten angelangt», so Bigler.

Eher unbekannt

Was viele aber nicht wissen: Procap ist auch ein Reisebüro für Menschen ohne Behinderungen. «Das ist den Leuten einfach nicht so gegenwärtig», sagt Bigler. «Allenfalls noch jenen, die eine Person mit Behinderung auf seiner Reise privat begleiten.» Aber: «Wir sind auch ein Reisebüro für jedermann», bemerkt die Leiterin Reisen und Sport bei Procap. Und das möchte sie nun ganz leise wieder ins Bewusstsein rücken, den Menschen zumindest diesen Umstand wieder einmal in Erinnerung rufen.

Aus durchaus verständlichem Grund: Denn wer bei Procap als «normaler Kunde» zu den «absolut branchenüblichen Konditionen eine Reise bucht», wie Bigler sagt, der tut auch was für die Solidarität mit Menschen mit Behinderungen: Der hilft nämlich, die hohen Kosten für diejenigen Angebote mitzutragen, die speziell für Menschen mit Behinderungen im Angebot stehen. «Es ist klar, betreute Gruppenreisen etwa schlagen viel höher zu Buch», so Bigler. Natürlich habe Procap gute Kontakte zu freiwillig Betreuenden, aber deren Reise und Unterkunft müssten eben auch bezahlt werden. Dies mache das betreute Reisen kostenintensiver.

Doch zurück zu jenen Kunden, welche die Dienste von Procap Reisen jenseits des barrierefreien Reisens beanspruchen möchten: Sie haben auf nichts zu verzichten. Alle Angebote sind absolut branchenüblich. Dass deswegen nicht Heerscharen von Reisewillige das neu bezogene Büro stürmen, ist Helena Bigler bewusst. Eine Handvoll könnte aber schon dazukommen, schmunzelt sie. Denn die Partner von Procap sind die hierzulande bekannten Reiseriesen: Tui, Hotelplan, Kuoni.

Und wer einen Blick in die neuen Büroräumlichkeiten wirft – im April bereits bezogen und am kommenden Dienstag beim Tag der offenen Tür zu besichtigen –, der kann sich davon überzeugen, dass auch noch andere Anbieter warten. Vielleicht liegen die Kataloge nicht so adrett und mundgerecht auf wie bei anderen Reisebüros, aber das Angebot bei Procap ist ebenso riesig wie die Beratung individuell.

«Am Wäg aa»

Gut möglich, dass Procap sich irgendwann auch näher zu der potenziellen Kundschaft begibt. Weg von der ersten Etage – irgendwo ins Parterre zum Beispiel. «Unser Standort ist sicher nicht optimal», räumt Bigler ein. Zu umständlich und vor allen nicht «am Wäg aa», wie man so sagt.