Mit einer in Auftrag gegebenen Sozioanalyse des öffentliche Raum Olten will der Stadtrat von Olten eine Entscheidungsgrundlage dafür schaffen, ob und wie die Einführung der aufsuchenden Sozialarbeit notwendig ist. Er hat darum Mitte Februar den Trägerverein offene Kinder- und Jugendarbeit Oberaargau (ToKJO) beauftragt, eine Sozioanalyse des öffentlichen Raumes zu erstellen. Kostenpunkt: 19'500 Franken.

ToKJO unterhält das Projekt SIP Langenthal und kam deshalb zum Zug, weil sich die diese eng an die Organisation Sicherheit Intervention Prävention SIP Züri, einem Sicherheitsdienst anlehnt, wo sich aufsuchende Sozialarbeit mit ordnungsdienstlichen Aufgaben vermengt. Die Suchthilfe Ost ihrerseits hat mittlerweile davon abgesehen, in dieses Branchensegment vorzudringen.

Reno Sami, Leiter der Suchthilfe Ost dazu: «Wir haben diesbezüglich keine Erfahrungen und wären bei Null gestartet. Aufsuchende Arbeit ist nicht Teil unseres Leistungsauftrags.» Zudem ist Sami davon überzeugt, dass ToKJO aufgrund seiner Erfahrung das Handwerk der Sozioanalyse bestens versteht.

Etwas im Verzug

Wie die zuständige Stadträtin Marion Rauber auf Anfrage erklärt, könnten die Arbeiten zur Sozioanalyse im Frühling starten, nachdem ursprünglich von einem Start im Februar ausgegangen worden war. «Erst aber musste der Kredit gesprochen werden», so die Stadträtin. Gemäss ihrer Einschätzung dürfte die Analyse spätestens Ende 2018 vorliegen.

Diese wird Ergebnisse aus Beobachtungen und Begehungen von Plätzen, Problemzonen (wie etwa die Kirchgasse oder der Ländiweg) zu verschiedenen Tageszeiten, Treffpunkten, Recherchen zu statistischen Werten wie jener zu Gesetzesverstössen liefern.

Zudem fliessen Befragungen von Betroffenen, Gewerbetreibenden, Anwohnern und Passanten sowie ausführliche Interviews mit Schlüsselpersonen aus den Bereichen Sicherheit, Soziales, Bildung, Politik, Bau Auskunft über die persönliche Wahrnehmung in die Analyse ein.

Für Marion Rauber steht dabei im Vordergrund, dass nicht ausschliesslich aufsuchende Sozialarbeit ins Auge gefasst wird, sondern durchaus auch der Ordnungsgedanke. «Es gibt schon Passanten, die sich halt an der Unordnung stossen oder vom Benehmen gewisser Nutzer am Ländiweg und an der Kirchgasse irritiert sind.»

Insofern sieht die Stadträtin auch im ordnungsdienstlichen Bereich durchaus ein Element, welches zur Beruhigung der Szenerie beitragen könnte. Im Übrigen geht Marion Rauber davon aus, dass in Olten hinsichtlich aufsuchender Sozialarbeit mit ordnungsdienstlichem Aspekt tatsächlich Handlungsbedarf angezeigt ist.

Jugend nicht inbegriffen

Würden auch die Bedürfnisse der Jugendlichen in die Analyse einfliessen, liesse sich dieser zusätzliche Baustein für knapp 8000 Franken einkaufen. Der Stadtrat hat sich dagegen ausgesprochen.

«Nach Rücksprache mit der Direktion Bildung und Sport hat der Stadtrat entschieden, auf diesen Baustein zu verzichten. Im Zuge der aktuellen und neuen Jugendarbeit sind bereits Projekte am Laufen beziehungsweise geplant», erläutert die Stadträtin.