Hägendorf-Rickenbach

Probleme kamen auf den Tisch: Kirchgemeinde Hägendorf-Rickenbach leerte den Kropf

Im Nachgang von Kritik an der Rechnungsgemeinde im Juni hatte Kirchgemeinderat Simon Lauper den Antrag eingereicht, die Gemeinde Hägendorf-Rickenbach solle aus dem Seelsorgeverband Untergäu austreten.

Im Nachgang von Kritik an der Rechnungsgemeinde im Juni hatte Kirchgemeinderat Simon Lauper den Antrag eingereicht, die Gemeinde Hägendorf-Rickenbach solle aus dem Seelsorgeverband Untergäu austreten.

Die Gemeindeversammlung der römisch-katholischen Kirchgemeinde Hägendorf-Rickenbach hatte nur über ein Geschäft abzustimmen: den Voranschlag fürs Jahr 2020. Mit 27 Stimmberechtigten fanden aber deutlich mehr Personen als üblich den Weg ins Pfarreizentrum. Dies lag an den Traktanden «Informationen aus dem Seelsorgeverband» und «Verschiedenes».

Im Nachgang von Kritik an der Rechnungsgemeinde im Juni hatte Kirchgemeinderat Simon Lauper den Antrag eingereicht, die Gemeinde Hägendorf-Rickenbach solle aus dem Seelsorgeverband Untergäu austreten. Nach der Kirchenratssitzung vom 13. November zog Lauper seinen Antrag zurück, erhielt aber die Zusicherung, die Probleme an der Versammlung offen zu diskutieren.

Präsident Hans Trachsel rief die Vorgeschichte in Erinnerung. Seit dem Wegzug des bisherigen Pfarrers ist die Stelle unbesetzt, weshalb die Gottesdienste nicht mehr wie gewohnt abgehalten werden können. Ein Patoralraum ist noch nicht spruchreif. Deshalb entschied man sich, mit den Kirchgemeinden Gunzgen und Kappel-Boningen einen Seelsorgeverband zu bilden.

Anschliessend ergriff Lauper das Wort. Er sei als Privatperson aktiv geworden: Es sei ihm um die Sache und nicht um persönliche Angriffe gegangen. Einzelne kritisierte Punkte hätten auf Fehlinformationen beruht. Dafür entschuldige er sich in aller Form. Hingegen hielt er daran fest, dass das Funktionieren des Seelsorgeverbandes nicht ausreichend definiert ist. Er nehme zuversichtlich zur Kenntnis, dass die Probleme angegangen werden. Auch das Bistum engagiere sich und biete einen Mediator an, um die Differenzen zwischen den Kirchgemeinden beziehungsweise dem Gemeindeleiter zu schlichten. Trachsel bekräftigte, den Seelsorgeverband gemeinsam auf gesunde Füsse zu stellen. Die bisher separat arbeitenden Räte der Pfarreien sollen in einem verbindenden Gremium des Seelsorgeverbandes vernetzt werden. Nicht aus der Welt zu schaffen ist das Problem mit dem Pflichtenheft, welches von verschiedenen Seiten vom Gemeindeleiter gefordert wurde. Zudem ist nicht mehr die Kirchgemeinde zuständig. Für den Gemeindeleiter ist das Bistum arbeitsrechtlich verantwortlich. Auch die kritisierte Höhe der Abgaben an die Synode beruht auf einem ausgeklügelten Schlüssel. Das Budget mit einem kleinen Gewinn und der bisherige Steuerfuss von 15 Prozent wurde oppositionslos verabschiedet.

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