Zwei Jahre ist es her, seit das KIM-Infomobil im Kanton Solothurn unterwegs war. Nun ist es wieder so weit: Angemeldete Primarschulen können während eines bestimmten Zeitfensters mit ihren Klassen einen Blick in eine Auswahl neuer Kinder- und Jugendbücher sowie -medien werfen. Diese können aber weder ausgeliehen noch direkt gekauft werden. Gedacht ist das Angebot lediglich zum Stöbern und Entdecken.

Für alles zu begeistern

Und genau das machten am Donnerstagvormittag die 19 Schüler der dritten Klasse von Simon Hänggi vor dem Schulhaus Bifang. «Diese Altersstufe eignet sich besonders für solche Aktionen: Meine Schülerinnen und Schüler sind im Moment für alles zu begeistern», erklärt Hänggi.

«Und das Mobil ist jetzt mal etwas Spezielles», ergänzt der junge Primarschullehrer, der mit den Kindern etwa einmal im Monat die Oltner Jugendbibliothek besucht. Dort benötigten seine Schüler zwar zu Beginn eine ausführliche Einführung in das Ausleihsystem, doch hätten einige von ihnen auch einen Bibliotheksausweis machen lassen und seien mittlerweile auch in ihrer Freizeit häufig in der Bibliothek anzutreffen.

Internet mit dem Lesen verbinden

Simon Hänggi liegt die Leseförderung der Kinder am Herzen. In seinem Schulzimmer, wo Facebook, Youtube und Co. keine Fremdwörter sind, verbindet er das Internet geschickt mit dem Lesen: Auf der Website www.antolin.de können die Schüler Lektürefragen zu ihren Büchern beantworten und dabei Punkte sammeln. «Dieses Instrument sorgt auch für eine gewisse Lesemotivation», berichtet Hänggi von seiner Erfahrung.

Nicht selten hört er von Eltern, dass sie Mühe hätten, ihr Kind zum Lesen zu bewegen. In seiner Klasse werde die Lesestunde von den Schülerinnen und Schüler aber stets sehr geschätzt.

Nur fünf Anmeldungen für KIM-Infomobil

Neben Hänggis Klasse nutzten elf andere Klassen der Primarschule Bifang das Angebot vor der Haustür. Dieses Jahr sind aus dem Kanton Solothurn nur fünf Anmeldungen eingegangen. «Vier weniger als letztes Mal», kommentiert die Beauftragte für Schul- und Gemeindebibliotheken Eva Mathez den abnehmenden Trend.

Als mögliche Gründe nennt sie einen Generationenwechsel bei den Lehrpersonen oder eine andere Prioritätensetzung. Beatrice Frey, Schulleiterin Bifang, hatte das Mobil bestellt, weil es «eine niedrigschwellige Möglichkeit ist, um Bücher kennenzulernen und das Lesen zu fördern.» Und diese Möglichkeit schienen die Drittklässer mit leuchtenden Augen auch voll auszuschöpfen und zu geniessen.