Bereits zum 41. Mal finden vom 15. bis 19. März in Zürich die Schweizer Jugendfilmtage statt. Mit dabei: die frühere Klasse 6a des Bannfeldschulhauses Olten. Ihr Film «Aller guten Dinge sind zwei» ist in der Kategorie A (unter 16 Jahren, in Begleitung von Erwachsenen) nominiert und wird kommenden Donnerstag, 16. März, im Zürcher Theater der Künste gezeigt.

Der knapp zehnminütige Film ist als Abschlussprojekt der Klasse von Michaela Berger entstanden, bevor die Kinder in die Oberstufe wechselten. Die Lehrpersonen wollten das Projekt mangels Fachwissen nicht alleine durchführen und suchten sich professionelle Hilfe.

Mit crossfade.tv sind sie dann auch bald auf einen geeigneten Partner gestossen. crossfade.tv ist gemäss Website «eine Nonprofit-Organisation, deren Ziel es ist, die praktische Filmbildung und Filmvermittlung von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz zu fördern und zu verbreiten». Sie bietet an, innerhalb einer Woche mit einer Schulklasse einen Kurzfilm vom Drehbuch bis hin zu den Visualeffects zu produzieren.

Bis die Dreharbeiten am 30. Mai beginnen konnten, gab es einiges zu tun. Um die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben, organisierte die Klasse verschiedene Aktionen wie etwa einen Basar oder einen Pausenkiosk.

Unterstützt wurden sie zudem vom Kuratorium für Kulturförderung. Die Klasse bekam auch ein erstes Mal Besuch von zwei Mitarbeitern von crossfade.tv, Markus Steiner und Gabriela Bosshard. Diese leiteten die Kinder an, Ideen zu entwickeln, die im Film vorkommen könnten.

Drei Geschichten verschmelzen

So ist es denn auch nicht erstaunlich, dass die Rahmenhandlung des Films das Filmedrehen an sich ist und als Binnenhandlung mehrere Kurzfilmentwürfe verschiedener Genres eingebettet sind.

Am Anfang steht ein klassisches Gangsterduell: Zwei Mädchen und zwei Knaben in schwarzen Lederjacken liefern sich einen Kampf mit Wasserpistolen, der durch viele Visual- und Audioeffects aufgemotzt worden ist. Die Vorführung wird abrupt unterbrochen von der Lehrerin, die sich beschwert, dass der Film für die Jugendfilmtage viel zu brutal sei. Sie wünscht sich mehr Herz, Romantik und Gefühle bei den nächsten Gruppen.

Die zweite Gruppe versucht sich an einem rührseligen Schwarzweissfilm, der im Dokumentarstil gehalten ist und von einem Mädchen handelt, das nach einem Sturz querschnittgelähmt ist. Dieser Film hingegen ist der Lehrerin zu traurig, sie hätte lieber etwas Lustiges. Sie beschliesst, bei der dritten und letzten Gruppe selbst Regie zu führen.

Es soll eine Detektivgeschichte werden, allerdings ohne brutale Szenen. Schlussendlich wird ein Teddybär, der einem schaukelnden Mädchen gehört, bedroht und die Detektivin darf nur gerade mit «das sägi im Fall im Mami» kontern.

Die Lehrerin schickt diesen Film ein und kassiert eine Absage, von der allerdings nur die betroffene Gruppe erfährt, da der Rest abwesend ist. Es stellt sich heraus, dass die anderen zwei Gruppen an den Jugendfilmtagen sind und dort je einen Preis abholen. Das erklärt den Titel: Nur zwei von drei Filmen (Dingen) waren gut.

Kurzfilm ganz aus Kinderhand

Durch die Unterstützung war es den 14 Kindern möglich, in nur einer Woche den kompletten Produktionsprozess eines Films einmal zu durchlaufen. Sie haben nicht nur das Drehbuch geschrieben und geschauspielert, sondern auch die Kostüme organisiert, Teile der Musik eingespielt, Werbung für die Premiere gemacht, den Film geschnitten und Effekte eingefügt.

Entstanden ist ein sehenswerter Kurzfilm, der zu überraschen vermag und einen zum Schmunzeln bringen kann. Der Umgang der Kinder mit dem Medium Film ist interessant, denn sie bedienen zwar mit den von ihnen gewählten Genres alte Klischees, doch sie können diese durchaus modern umsetzen.

Zum Beispiel wird die erfolgreiche Gangstergruppe von Mädchen gespielt. Auch wählten sie Kameraeinstellungen, die zwar bekannt sind, aber von Kindern in diesem Alter nicht erwartet werden können. Die kleine Schlusspointe rundet den Film ab. Ob es für einen Preis gereicht hat, wird am Sonntag, 19. März, 17 Uhr in der Bühne A bekannt gegeben.

Film zu sehen unter: crossfade.tv