Kabarett-Tage
Primarschüler tanzen und singen mit Linard Bardill ins Glück

Linard Bardill präsentierte das Märchen «Hans im Glück» an der Schülervorstellung der Kabarett-Tage.

Melina Aletti
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Schülervorstellung mit Linard Bardill an den Oltner Kabarett-Tagen 2017
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Der Bündner Linard Bardill wusste die rund 100 Schulkinder zu begeistern.
Isabelle Chassot, die Chefin vom Bundesamt für Kultur, wohnte im Beisein von Alex Summermatter (hinten) der Schülervorstellung Bardills bei.
Liedermacher Linard Bardill und Bassist Bruno Brandenberger musizierten gemeinsam mit Schulkindern.

Schülervorstellung mit Linard Bardill an den Oltner Kabarett-Tagen 2017

Bruno Kissling

Der Bündner Liedermacher Linard Bardill ist an die Oltner Kabarett-Tage gekommen, um das Märchen «Hans im Glück» zu erzählen. Er stand gestern Freitagmorgen um 9 Uhr gemeinsam mit Bassist Bruno Brandenberger vor über 100 begeisterten Kindern auf der Bühne der Oltner Schützi.

Mit seinem unverkennbaren Bündner Dialekt begann er von Hans zu erzählen, der nach Jahren der Arbeit zu seiner Mama zurückkehren will und einen 47 Kilogramm schweren Goldklumpen dabei hat. Schon bald stimmte Bardill das erste Lied an und forderte die Kinder auf, mitzusingen. Diese waren voll Freude dabei und machten schon bald bei jedem Lied ungefragt mit.

Nachgefragt bei...

... Isabelle Chassot

Wie schätzen Sie den Stellenwert der Oltner Kabarett-Tage ein?

Die Oltner Kabarett-Tage haben einen sehr grossen Wert. Zum einen haben sie in ihrem dreissigjährigen Bestehen die Szene wiederbelebt. Zum anderen kann man viel unter Kabarett verstehen. Dadurch bringt es die Kultur im Allgemeinen den Menschen näher. Zudem sind die Kabarett-Tage durch die auftretenden Künstler ein Schaufenster von internationaler Bedeutung.

Wieso sind Sie heute nach Olten gekommen?

Ich wollte die Kabarett-Tage schon lange einmal besuchen. Letzte Woche war ich im Ausland, sodass ich die Eröffnung nicht besuchen konnte, deshalb bin ich jetzt hier.

Wieso besuchen Sie ausgerechnet eine Kindervorstellung?

Es hat mich wundergenommen, wie Kabarett für Kinder aussieht. Auch wenn ich keine Kindervorstellung von den Kabarett-Tagen erwartet habe, finde ich es doch sehr wertvoll. Es bietet den Kindern eine Möglichkeit der kulturellen Teilhabe.

Die Freiburgerin Isabelle Chassot ist seit dem 1. November 2013 Direktorin des Bundesamtes für Kultur.

Doch nicht nur wegen der Lieder war die Veranstaltung ein Klangerlebnis: Jedes Mal, wenn Hans etwas tauschte, wurde das von Bardill mit den Kindern klanglich untermalt. Zuerst tauschte Hans den Goldklumpen gegen ein Pferd. Danach das Pferd gegen eine Kuh und diese später gegen ein Schwein. Dazu sangen alle das bekannte Kinderlied «Siebe chugelrundi Söi». Nach dem Tausch des Schweins gegen eine Gans bildeten die Zuhörer eine riesige Polonaise durch den Saal und man konnte eindrücklich sehen, wie natürlich und unbeschwert Bardill mit den Kindern umgeht.

Bassist Brandenberger sass zwar die ganze Zeit gemütlich auf seinem Stuhl, trug aber nicht wenig zum Gesamterlebnis bei. Zum Beispiel vermochte er mit seiner Imitation von Tiergeräuschen und Instrumenten auf dem Kontrabass die Kinder, die alle vor der Bühne auf dem Boden sassen, zu faszinieren. Zum Schluss schloss Bardill den Kreis, indem er eine Variation des Einstiegsliedes anstimmte. Er forderte die anwesenden Lehrerinnen auf, den Refrain mitzusingen und kommentierte ihren Versuch so: «Geben Sie mehr Gas, das ist noch ein wenig Bonsai.»