Vorbei mit günstigen Tarifen
Preiserhöhung sorgt für Ärger bei Oltner Sportvereinen

Nach Auflösung der Sportplatzvereinigung ist es vorbei mit günstigen Tarifen. Die Stadt Olten reagiert mit Tariferhöhungen – auch um der Finanzmisere zu begegnen.

Urs Huber
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Die Nutzung der Sportfelder wird offenkundig wesentlich teurer in der Sportstadt Olten.

Die Nutzung der Sportfelder wird offenkundig wesentlich teurer in der Sportstadt Olten.

BRUNO KISSLING

Grossmächtige Unruhe – zumindest in drei städtischen Fussballklubs. Grund: Nach dem Versand der Rechnungen für die Benützung städtischer Sportanlagen im Jahr 2014 kam das grosse Erwachen: massive Preisaufschläge auf der ganzen Linie. Fast vervierfacht hat sich der Rechnungsbetrag fürs vergangene Jahr in einzelnen Vereinen, wenn das Jahr 2013 zum Vergleich herangezogen wird.

Kostete ein Wettspiel für die Aktiven auf einem Hauptfeld damals noch 27 Franken, so betrug der Preis im letzten Jahr satte 85 Franken. Dass mittlerweile selbst eine Platzgebühr für Juniorenwettspiele erhoben wird, stösst den Vereinsoberen zusätzlich sauer auf. Die Taxe dafür soll neu 45 Franken pro Spiel ausmachen. Im Grundsatz unannehmbare Erhöhung, fanden die Präsidenten des FC Olten, Fortuna Olten und US Oltenese und reichten gegen die Rechnungstellung 2014 kürzlich gemeinsam Beschwerde bei der Direktion Bildung und Sport ein.

Informationspolitik am Pranger

Was den Vereinsvorsitzenden aber am allermeisten aufstösst, ist die Informationspolitik der zuständigen Direktion. Die Präsidenten der drei Fussballvereine bemängeln diese denn auch in ihrer Beschwerde und machen geltend, dass eine Erhöhung den Mietern angezeigt werden muss und nicht im Nachhinein einfach vollzogen werden kann. «Zwar war an der Präsidentenkonferenz durchaus die Rede von Preiserhöhungen», erinnert sich Thomas von Felten, Präsident des FC Fortuna, «aber konkret wurde nie über den Preisanstieg informiert; und schriftlich schon gar nicht.»

Zwar ist den Vereinsvorsitzenden der Grund der Preiserhöhungen bewusst, (die Auflösung der Sportplatzvereinigung nämlich), aber der Schreck sass doch tief. «Die Fussballvereine sind wahrscheinlich am meisten von den Tariferhöhungen betroffen», mutmasst von Felten. Die drei Präsidenten erwarten von der Direktion Bildung die Einladung zu einem klärenden Gespräch; zudem auch die Sistierung der offenen Rechnungsbeträge bis die ganze Angelegenheit geklärt ist. Konkrete Vorstellungen bezüglich Tarifanpassungen fehlen.

Für Jan Rechsteiner, Leiter Dienste bei der städtischen Direktion Bildung und Sport, ist die Tariferhöhung auf die finanzielle Situation bei der Stadt zurückzuführen, welche eine generelle Anpassung erforderlich mache. Bislang habe man auf eine Erhöhung verzichtet, obschon die Sportplatzvereinigung bereits im Jahr 2012 aufgelöst worden sei. Reklamationen seien ihm bislang keine zur Kenntnis gebracht worden. Aber er zeigt sich durchaus gesprächsbereit: «Wir sind immer offen für einen Dialog», betont Rechsteiner. Durchaus ein gutes Omen für die Beschwerde führenden Vereine.

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