Wenn Regula Jäger und Isabelle Hachen in der Stadt unterwegs sind, werden sie immer wieder von Fremden gegrüsst. Man kennt die beiden Schwestern mittlerweile. Denn jeder, der schon einmal den Fuss in den neuen Quartierladen im Kleinholz gesetzt hat, wurde mit einem netten «Grüezi» persönlich willkommen geheissen.

Jäger und Hachen wollten schon als Kind Supermarkt-Kassiererin werden. Über Umwege haben sie sich nun ihren Traum erfüllt. Unterstützt werden die beiden von ihren Ehemännern. «Einer kümmert sich um die Gestaltung der Homepage, der andere hilft beim Wirtschaftlichen», sagt Hachen. Im Vorfeld liessen sie sich vom regionalen Wirtschaftsförderer Urs Blaser beraten.

Der Quartierladen Kleinholz in Olten feierte am 2. November 2017 Neueröffnung

  

Obwohl die zwei Schwestern Quereinsteiger sind, läuft das Geschäft nach 100 Tagen bereits besser als erwartet. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Hachen. Die Kunden schätzen vor allem die vielen regionalen Produkte und das immer grösser werdende Bio-Angebot. «Als wir hörten, dass ein Nachbar Bio-Orangen aus Italien importiert, haben wir ihn kontaktiert und verkaufen jetzt seine Orangen», erzählt Hachen. Neben Obst und Gemüse kommen auch viele andere Produkte wie zum Beispiel Käse, Joghurt oder Milch von Bauernhöfen aus der Region.

Auch das Brot kommt in Form von Rohlingen frisch vom Becker. Diese müssen im Laden nur noch gebacken werden. Die beiden Neo-Ladenbesitzerinnen haben gemerkt, dass das mit dem Berechnen nicht immer ganz so einfach ist. Während zu Beginn an einem Samstagmorgen etwa 30 Gipfeli verkauft wurden, waren es heute vor einer Woche bereits mehr als 60.

Brot-Reservation auf Anfrage

Grundsätzlich richtete sich der neue Quartierladen an ältere Personen, denen der Weg ins Stadtzentrum zu weit ist. Umso glücklicher sind die Inhaberinnen, dass auch Arbeiter zum Kaffee vorbeikommen und viele junge Leute nach Feierabend dort einkaufen.
Die Probleme halten sich in Grenzen. Jäger und Hachen finden immer schnell eine Lösung. Wer sicher gehen möchte, dass er auch am Abend noch ein Brot bekommt und nicht vor einem leeren Regal steht, kann telefonisch ein Brot bestellen, das dann zurückgelegt wird. Hachen und Jäger sind jederzeit kompromissbereit. Sie suchen gezielt den Kontakt mit den Kunden. Und diese zahlen die persönliche Wertschätzung mit weiteren Einkäufen und Grüssen in der Stadt zurück.