Poetry Slam
«laut&deutlich» in der Schützi Olten: Mit Remo Zumstein siegte ein ehemaliger Trilogiesieger

Die Oltner «laut&deutlich» Poetry Slam Trilogie startete ins neue Jahr. Mit Remo Zumstein holte ein früherer Trilogiesieger Whisky und Pokal.

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Das Line-up mit dem Sieger Remo Zumstein (2. von links) bei der Preisverleihung.

Das Line-up mit dem Sieger Remo Zumstein (2. von links) bei der Preisverleihung.

Zvg/Dieter Graf / Oltner Tagblatt

Am Freitag startete in der Schützi die Poetry Slam Trilogie des Vereines art i.g. ins neue Jahr. Olten erlebte ein hochkarätiges Programm der Bühnenpoesie, das zahlreich erschienene Publikum erlebte die Vielseitigkeit dieses Genres und genoss den Abend sichtlich. Stimmungsvoll, ruhig und träumerisch holte die Band «Yerna» aus Basel das Publikum ab, die Besinnlichkeit und auch etwas Traurigkeit passte gut zur aktuellen Zeit.

Danach folgte ein Feuerwerk des Spoken Word mit vielseitigen Texten in Hochdeutsch und Mundart. Die junge Baslerin Fine Degen startete den Abend mit einem sehr ernsten Text, welcher ihr hohe Benotungen und viel Applaus bescherte. Lange Zeit blieb ihr damit der Finaleinzug in Aussicht und insgeheim hofften viele im Publikum, dass sie dies auch schaffen wird.

Berndeutscher Westerntext

Philosophisch ging es mit dem letztmaligen Finalisten Samuel Richner weiter, bevor dann von Pesche Heiniger mit einem berndeutschen Westerntext auch die humorvolle Seite bespielt wurde. Er überzeugte mit seiner theatralischen Performance und holte viele Lacher ab.

Der Trilogiesieger 2018/19 Marvin Suckut performte ein Bewerbungsgespräch mit dem Übertitel «Sie sind ersetzbar» und befasste sich mit den Abgründen der Arbeitswelt. Vor der Pause ging es mit Texten über Poesiealben, der einsamen Riesenschildkröte «Lonesome George» sowie der «Bubble-Welt» an der Universität eines Soziologiestudenten weiter. Die Stimmung im Publikum blieb gut; man freute sich auf die zweite Runde.

Vor dem Finale folgten mit Diego Häberli und Daniel Wagner die zwei Finalisten des Oktoberslams sowie Remo Zumstein, in Olten eine sehr bekannte Grösse und Trilogiesieger 2016/17. Das Rennen um den Finaleinzug blieb spannend, die Punkte lagen nahe beieinander. Der Schaffhauser Häberli überzeugte mit einem skurrilen Text über die kleinen Dinge im Leben und heizte die Stimmung nach der Pause schnell wieder auf. Der letztmalige Sieger Wagner zeigte sich politisch und setzte sich mit dem EU-Entscheid zur Atomenergie und den Auswirkungen von Kernkraftwerken auseinander, bevor Zumstein die Vorrunde beendete.

Rede an die Bevölkerung, gespickt mit Floskeln

Mit seiner Rede an die Bevölkerung, gespickt mit typischen politischen Floskeln aber auch vielen Wort- bzw. Konsonantenverdrehungen, schloss er humorvoll ab. Die drei Slammer zogen verdient ins Finale ein, auch wenn das Publikum auch noch auf Marvin Suckut oder Fine Degen aus dem ersten Feld gehofft hatten. Themen: Neujahr und Nebel in Olten Im Finale performte Häberli ein Kurzgedicht über Neujahr und den Nebel in Olten, was er mit einer langen Einleitung einführte und konnte damit nicht ganz an seine Vorleistungen anknüpfen. Wagner zeigte sich philosophisch und sinnierte über die Schwierigkeiten in Deutschland und seine neuen Liebe «Stadt Olten».

Remo Zumstein holte Pokal und Whisky.

Remo Zumstein holte Pokal und Whisky.

Zvg/Dieter Graf / Oltner Tagblatt

Ebenfalls eine Liebeserklärung präsentierte Remo Zumstein. Er widmete sich seiner Leidenschaft «Lesen» und zeigte in diesem Text noch eine weitere Facette seines Schaffens. Im Schlussapplaus jedenfalls holte er sich damit den Pokal und Whisky des Abends. Damit wird der Trilogieabschluss vom 4. März spannend. Daniel Wagner führt vor Zumstein und Häberli das Teilnehmerfeld an und alle werden ihre Punkte am kommenden Slam verteidigen und wollen sich den Trilogiesieg sichern. (mgt)