Nach mehr als einem Drittel der Qualifikation steht Unihockey Mittelland an diesem Wochenende unter einem gewaltigen Siegesdruck. Wenn das NLB-Schlusslicht in den Heimspielen gegen die Tabellennachbarn Davos-Klosters (Freitag, 20 Uhr) und Sarganserland (Sonntag, 16 Uhr) nicht mehrfach punktet, scheint die Teilnahme an den Playoffs bereits ausser Reichweite.

Vereinsintern gibt es Kreise, die von der schwersten Krise seit der Entstehung von Unihockey Mittelland im Jahr 2010 sprechen. Gesichert ist zumindest, dass sich die Oltner und Zofinger sportlich in der ungemütlichsten Lage seit dem NLB-Aufstieg 2011 befinden.

Ganz so dramatisch empfindet Samuel Schneiter die Ausgangslage für den Rest der Saison nicht. Der Spielertrainer, der als Assistent neben Headcoach Renato Wyss fungiert, weist aber deutlich auf die Schwachpunkte hin, die den Einstieg in die Saison arg getrübt haben.

Junioren geben Rätsel auf

Verschiedene Abwesenheiten führten dazu, dass die Trainingspräsenz oft zu schwach war. Dazu gesellten sich zu Beginn des Meisterschaftsbetriebs Verletzungen, sodass an einen Einsatz von drei Linien nicht nur wegen der fehlenden Qualität nicht zu denken war.

Anfällig wurde auch der frühere Offensivspieler des SML-Klubs Köniz. Ein Muskelfaserriss liess nur während dreieinhalb von acht Spielen ein Engagement zu. Eventuell kehrt Samuel Schneiter an diesem Wochenende aufs Spielfeld zurück. Die Verpflichtung zweier Verstärkungsspieler ist dagegen sicher noch nicht spruchreif.

Dass der Finne Otto Valavuo bisher in den Augen des Assistenzcoachs nur 60 Prozent seines Potenzials abrufen konnte, passt zum Bild. Auch das bewährte Trio mit den Mucha-Brüdern und Roman Pass hat noch Luft nach oben. Fragezeichen werfen jedoch auch die Junioren auf, von denen bei Mittelland ein erfolgreicher Generationenumbruch abhängt.

Schon vor der Saison hatte Sportchef Jürg Merian gemahnt, dass die jungen Talente begreifen müssten, dass es in der NLB ohne Fleiss nicht gehe. Anscheinend ist diese Botschaft noch nicht richtig angekommen. «Sie stellen manchmal noch zu hohe Ansprüche und lassen die letzte Motivation vermissen», rügt auch Samuel Schneiter.

Goalies schlugen sich wacker

Obwohl der als Saisonziel unbedingt angepeilte Ligaerhalt derzeit auf der Kippe steht, sieht der Spielertrainer auch einige Lichtblicke. Dazu gehören – hinter einer allerdings löchrigen und auf die Saison hin nicht verstärkten Defensive – die beiden neuen Torhüter Bruno Isaak und Sven Wüthrich.

Sie treffe an der Niederlagenserie zum Saisonauftakt und auch an der 0:10-Klatsche gegen Basel Regio wenig Schuld, sagt Samuel Schneiter. Die drei Niederlagen gegen die Spitzenteams schmerzten die Mittelländer weniger.

Ärgerlich waren die Nullrunden gegen Altendorf (1:6) und Ticino, das nach einem 5:6-Rückstand noch mit 13:6 obsiegte. Der 7:5-Auswärtssieg gegen Schüpbach und die letzte Tat, der 8:7-Erfolg in der Verlängerung gegen Gordola, verleihen Unihockey Mittelland für die anstehende Doppelrunde Mut und den nötigen Hunger auf weitere Zähler.