Dieses Jahr machte die Plakette mit der knappsten Form das Rennen. Der siegreiche Entwurf von Kreateur Christof Schelbert ist schlank und zeigt ausser den geforderten Fuko-Elementen bloss verschlungene Fasnachtsbändeli und Konfetti. Damit handelt er wohl auch im Sinne von Obernaar Rahel und ihren Rätschwybern, die mit ihrem heurigen Motto «Spettacolo Confetti» wieder ein Urelement der Fasnacht ins Zentrum stellten, den bunten Konfettiregen. Da sind Schelberts Girlanden die logischen Zwillingsschwestern zu den farbigen Papierschnitzeln.

Der Gewinner Christof Schelbert ist Mitglied der Trimbacher Bazille-Zunft und beteiligt sich schon seit 2003 am Wettstreit der Plakettengestalter. Mit dem aktuellen Fasnachtsabzeichen kann er ein Jubiläum feiern. Es ist bereits das zehnte Mal, dass er den ersten Platz erringt. In den Windungen der Fasnachtsschlangen auf Schelberts Plakette kann man auch einen Violinschlüssel erkennen. Das passt bestens dazu, dass es während der närrischen Zeit 2018 eine Sängerinnenzunft mit Obernaar Rahel ist, welche die Herrschaft über Olten übernehmen wird.

Fuko-Präsident Beat Loosli hiess die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler im Stadthaus willkommen: «Mit dem heutigen Anlass am Nachneujahrstag startet die Oltner Fasnacht traditionell in die heisse Phase», sagte er und gab das Wort sogleich an Fuko-Rat Christian «Chrigu» Wüthrich, seit letztem Jahr Plaketten-Chef, weiter. Insgesamt seien 36 Entwürfe eingereicht worden, darunter sogar einer aus dem fernen Moskau, der es in die vorletzte Auswahlrunde geschafft habe, berichtet Wüthrich.

Generell sei das gestalterische Niveau hoch, und der Endspurt unter den letzten fünf Eingaben sei im Fuko-Rat als Jury knapp ausgegangen. Das entscheidende Kriterium sei schliesslich gewesen, dass sowohl der zweitplatzierte Willi Rüegsegger als auch die Dritte Jennifer Burkhardt die Fasnacht mit Larven symbolisierten, die in Olten nicht gängig sind; weder der knollennasige Waggis noch die zarte venezianische Karnevalsmaske.

Zauberhaftes versprochen

Obernaar Rahel begrüsste ebenfalls das neue Fasnachtsjahr und versprach manch zauberhaftes Spettacolo. Nach Obernaar Cathrin, ebenfalls von den Rätschwyber, ist sie erst die zweite Frau in diesem Amt. In ihrer Rede teilte sie auch schon aus: Sie sei beispielsweise nicht eine, die alles (besser) wisse, sonst wäre sie ja bei der Banausenzunft. Zusammen mit den zwölf andern Rätschwybern umrahmte sie den Anlass musikalisch. In gepflegtem mehrstimmigem Chorgesang stellten sie unter anderem das Obernaarenlied «Confestti Spettacolo» zu einer berühmten Melodie von Joe Dassin vor.

Mit zwei Neuigkeiten wartete die Plakettenprämierung am 2. Januar auf. Erstmals wurden die Entwürfe auf Poster gedruckt und so zur Begutachtung ausgestellt. Diese Methode erleichtere auch das Archivieren im Fasnachtsmuseum, erklärte Plaketten-Chef Wüthrich.

Neu ist auch der Fasnachtskalender von Simone Thöni, Beat Vögeli und Ex-Obernaar Seppelin Niggli. Der Kalender zählt vierzehn farbige Monatsblätter und beginnt mit dem ersten Fasnachtsmonat Februar 2018 und endet mit dem März 2019. Die Kalenderblätter zeigen je ein Dutzend thematisch geordnete Fotos von Amateurfotografin Simone Thöni. Sie dokumentiert die Fasnacht 2017, auf dass die Angefressenen «in Erinnerungen schwelgen» können, wie es im Untertitel heisst.