Die Stadt Olten hat als zentraler Standort viele Facetten. Eine davon bildet der Sport. So wird sie hin und wieder auch als Sportstadt bezeichnet. Das ist nicht ganz unberechtigt. Olten zählt nämlich rund 70 Sportvereine. Das Angebot ist vielfältig: Eishockey, Fussball, Handball, Unihockey, Basketball, Tennis, Eislauf, Schwimmen, Volleyball, Beachvolleyball, Landhockey, Tischtennis, Faustball, Badminton, Lacrosse, Orientierungslauf, Biken, Darts, Schach, Judo, Kendo, Karate, Luftpistole, Luftgewehr, Bogenschützen, Kanu, Rudern, Schwingen, Segelfliegen, Cricket, Trendsportarten, Skifahren, Snowboard usw.

Sportstätte Kleinholz

Die Sportinfrastruktur der Stadt ist zu einem wesentlichen Teil im Kleinholzgebiet konzentriert: Stadthalle, Leichtathletik-Stadion, Fussballfelder, Kunstrasenplatz, Eissportanlage mit Hallen- und Aussenfeld, Tennisplätze, Anlagen für das Bogenschiessen sowie das nahegelegene Segelflugfeld im Gheid. Hinzu kommen das Freibad sowie drei Beachvolley- und zwei Tischtennisanlagen in der Schützenmatte, das 25-Meter-Hallenbad in der Kantonsschule Hardwald, die Trendsporthalle im Industriequartier, die Dreifachturnhalle der Giroud-Olma im Sälipark-Quartier sowie 11 Einfachturnhallen, die den Schulanlagen angegliedert sind. Und auch die Natur bietet Trainingsmöglichkeiten, die Aare für den Ruder- und Kanusport, Wälder und Jura für Wander-, Jogging-, Walking-, Rad- und Biketouren oder die Sälifluh als Eldorado für Klettersportler.

Leidenschaft statt Renditedenken

Mit der Schaffung eines stattlichen Ballsport-Centers soll die Sportinfrastruktur im Kleinholzgebiet weiter ausgebaut werden. Das ist erfreulich. Auch deshalb, weil die neuen Anlagen privat realisiert und finanziert werden sollen. Initianten sind die beiden Oltner Architekten Marc Thommen und Massimo Hauswirth. Zwei Oltner Platzhirsche, die in der Sportszene und in der Wirtschaft gut vernetzt sind. Thommen präsidiert derzeit sogar den EHC Olten, das sportliche Aushängeschild der Dreitannenstadt. Die beiden Unternehmer geben Gewähr für das Gelingen, Massimo Hauswirth für ein kreatives Projekt, Marc Thommen für eine geordnete Finanzierung. Diese ist darauf auszurichten, dass die Benützungsgebühren für die Vereine bezahlbar bleiben. Denn Sportstätten, die niemand bezahlen kann, bringen nichts. Das bedeutet: Die beiden Unternehmer müssen sich mehr durch Leidenschaft als durch Renditedenken leiten lassen. Wer den Sport fördern will, muss sich das etwas kosten lassen. Das gilt für den Breitensport ebenso wie für den Schulsport und den Leistungssport. Vor allem zu Letzterem ist festzuhalten, dass noch wichtiger als gute Infrastrukturen professionelle Trainer und Betreuer sind. Auch diese kosten Geld.

CIS Solothurn lässt grüssen

Es schleckt keine Geiss weg, dass viele Sportprojekte an der Finanzierung scheitern. Oft erweisen sich nicht die einmaligen Gestehungskosten als Hauptproblem, sondern die wiederkehrenden Betriebs- und Unterhaltskosten. Wenn hier nicht genug Geld fliesst, geht es bergab mit einem Sportbetrieb. So musste zum Beispiel am vergangenen Dienstag das einst so stolze CIS-Sportzentrum in Solothurn versteigert werden, weil sich für die sanierungsbedürftigen Anlagen auf normalem Weg keine Käuferschaft mehr finden liess. Und es gibt landauf, landab noch mehr Sporthallen, die mit Finanzproblemen zu kämpfen haben. Auch die Sportpark Olten AG als Besitzerin der Eissportanlagen im Kleinholz gehört dazu.

Alles hängt vom Geld ab

Fakt ist: Bei der Präsentation des geplanten Ballsport-Centers in Olten am Mittwoch war hinsichtlich Finanzierung nicht viel Konkretes zu hören. Schliesslich soll für die Finanzierung des 33-Millionen-Projekts noch eine Stiftung mit dem Namen «Jugendförderung 3 Tannen» geschaffen werden. Mit gefälligen Bildern wurde das Projekt vorgestellt, um bei möglichen Geldgebern den Appetit anzuregen. Denn gebaut wird nur, wenn das Projekt vollständig finanziert ist, betonen die Initianten. Oder anders ausgedrückt: Das Sportzentrum, in dem vor allem auch Jugendförderung betrieben werden soll, kommt nur, wenn der geschäftliche Teil erfüllt ist. In diesem Sinne ist zu hoffen, dass sich die gute Idee von einem «einzigartigen Jugendprojekt» (Zitat Marc Thommen) nicht als Seifenblase erweist – und zerplatzt. Doch eigentlich sollte in Olten in etwas grösserem Rahmen möglich sein, was in Schönenwerd mit der hauptsächlich privat finanzierten Betoncoupe Arena von Volleyballern initiiert für das Volleyball geschaffen wurde. Deshalb ist hinsichtlich des neuen Ballsport-Centers im Oltner Kleinholz Zuversicht angesagt. Der frühere sportbegeisterte Sportminister Adolf Ogi würde wohl sagen: «Freude herrscht!»