Ganz schön frech leuchtet seit Samstagmorgen ein pinkiges Enzo-Möbel auf der Kirchgasse. Als würde es bewusst den Diskussionen der letzten Tage trotzen. Die Initianten, die bereits vor der Anschaffung der Möbel für den Standort Kirchgasse plädiert hatten, wünschten, zumindest die Taufe der Möbel auf der Kirchgasse durchführen zu können und im Anschluss eine Woche stehen zu lassen. Die Stadt hingegen war von Beginn an gegen diesen Standort und lehnte ihn auch nur als Taufort ab

Bisher stand das 78 Kilo schwere Möbel bei den anderen fünf Exemplaren auf dem Vorplatz der Schützi. Dort soll in den nächsten zehn Tagen die Taufe stattfinden. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag aber wurde die pinkige Plastik-Sitzbank auf die Kirchgasse platziert. Von wem ist bis jetzt noch unklar.

Wer ist nun der Eigentümer?

Projekt-Initiator und «Kolt»-Herausgeber Yves Stuber sagt auf Anfrage, er wisse von nichts. Er und sein Team hätten nichts mit dem plötzlichen Auftritt des Enzo-Möbels auf der Kirchgasse zu tun. «Wir haben zwar grosse Sympathie für die Aktion, distanzieren uns aber davon.» Wer dafür verantwortlich ist, wisse er auch nicht. «Das Möbelstück stört mich dort nicht.» Im Gegenteil, er freue sich darüber, dass es dort steht.

Er und sein Team haben aber nicht vor, das Möbel auf den Vorplatz der Schützi zu bringen – solange von offizieller Seite keine Stellung bezogen wird. «Es ist momentan sowieso eine komische Situation, da unklar ist, wer nun verantwortlich ist.» Niemand sehe sich momentan wohl als Eigentümer. Er auch nicht. «Das war ja ein Geschenk an die Stadt. Und dieses hat die Stadt angenommen.» Was ihm noch aufgefallen sei, das möchte er noch anmerken: «Jedes Mal, als ich bei der Kirchgasse vorbeiging, waren die Möbel stets gut genutzt.»

«Grundsätzlich nicht tolerierbar»

Gross gestört scheint das Möbel nicht zu haben. Bei der Kapo Solothurn sind auf Anfrage keine Reklamationen in Bezug auf die pinkige Sitzbank in der Oltner Fussgängerzone eingegangen.

Bei der Stadt ist man über den Überraschungsgast in der Fussgängerzone hingegen überhaupt nicht erfreut. «Es ist grundsätzlich nicht tolerierbar, dass einfach etwas im öffentlichen Raum aufgestellt wird, wenn es aus guten Gründen nicht so abgemacht wurde», sagt Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage. Für die Stadtmöblierung sei sowieso die Stadt zuständig. «Sonst könnte jeder auf öffentlichen Plätzen aufstellen, was ihm gerade gefällt.»

Da noch keine offizielle Übergabe stattgefunden habe, sehe sich die Stadt noch nicht als Eigentümerin. Falls das Möbelstück bis Dienstagmittag nicht von den aktuellen Besitzern entfernt wird, werde dies der Werkhof tun. Auf Kosten des Besitzers. Dies ist aus der Sicht der Stadt das Projektteam von Yves Stuber.